Bundesanwaltschaft Weitere Anklage gegen mutmaßliche Linksextremistin Lina E. aus Leipzig

Eine Gruppe Vermummter bei Nacht
Eine Gruppe Vermummter bei Nacht (Symbolbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Bundesanwaltschaft hat erneut Anklage gegen die mutmaßliche Linksextremistin Lina E. aus Leipzig erhoben. Neben der Mitgliedschaft in einer linksextremistischen kriminellen Vereinigung werde ihr nun eine weitere gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Behörde am Montag in Karlsruhe mit.

Laut Anklage soll die Leipziger Studentin 2018 zusammen mit drei anderen eine "der rechten Szene zuzuordnende Person" angegriffen und verletzt haben. Im aktuellen Fall sollen E. und drei andere das Opfer mit Tritten zu Fall gebracht und dann weiter zugetreten und zugeschlagen haben. Der Geschädigte habe dabei Verletzungen im Gesicht und einen Kniescheibenbruch erlitten, erklärte die Bundesanwaltschaft weiter.

Mutmaßliche Angriffe in Wurzen, Leipzig und Eisenach

Lina E. wurde im November in Leipzig festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sie soll eine linksextreme Gruppe angeführt haben, die den bestehenden demokratischen Rechtsstaat ablehne. Schon im Mai erhob die Bundesanwaltschaft Anklage gegen sie und drei weitere mutmaßliche Mitglieder der Gruppe wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und der Beteiligung an körperlichen Übergriffen. Gegenstand der Anklage sind unter anderem Übergriffe im Oktober 2018 in Wurzen, im Januar 2019 in Leipzig-Connewitz und im Oktober 2019 in Eisenach.

Verteidiger kritisieren Bundesanwaltschaft

Bereits zur Bekanntgabe der ersten Anklage hatten die Verteidiger die Bundesanwaltschaft kritisiert. Es gebe für die Mitgliedschaft von Lina E. in einer "kriminellen Vereinigung" keine Belege in den Ermittlungsakten, sagten die beiden Rechtsanwälte aus Leipzig und Kiel zu dem Zeitpunkt. Auch die weiteren Vorwürfe basierten "zum Teil auf sehr dünner Beweislage", beispielsweise der Vorwurf der "Ausspähung" eines später angegriffenen Neonazis. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet das Oberlandesgericht Dresden.

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MDR FERNSEHEN Mi, 26.05.2021 21:15 21:45
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Der Fall Lina E.: eine Studentin aus Leipzig soll linksextremistische Straftaten verübt haben

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Quelle: MDR/sm/kk/afp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 09. August 2021 | 12:30 Uhr

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