Rettungseinsatz Bundeswehr holt schwerstverletzte Ukrainer nach Leipzig

Russische Soldaten machen bei ihren Angriffen in der Ukraine auch vor Krankenhäusern nicht halt. Verwundete mit schwersten Verletzungen können oft nicht adäquat behandelt werden. Die Bundeswehr hat deshalb Opfer des Krieges nach Deutschland gebracht, wo sie in verschiedenen Krankenhäusern medizinisch betreut werden.

Eine Person wird mit einer Hubbühne aus einem Flugzeug gehoben.
Mit einer Hubbühne ist am Donnerstag ein Schwerverletzter aus einem Flugzeug vom Typ A310 MedEvac der Luftwaffe transportiert worden. Kriegsverletzte Ukrainer aus Polen wurden zur Behandlung nach Deutschland geflogen. Bildrechte: dpa

Am Flughafen Leipzig/Halle ist am Donnerstagnachmittag ein Airbus der Bundeswehr gelandet. Die als "fliegende Intensivstation" ausgerüstete Maschine hat Menschen aus der Ukraine mit schweren Kriegsverletzungen nach Deutschland geholt. Laut Pressestelle des Universitätsklinikums soll es sich um 25 Menschen handeln, vorrangig Zivilisten. Die Opfer sollen auf verschiedene Kliniken verteilt werden: zehn kommen in westdeutsche Bundesländer, 15 bleiben in Mitteldeutschland. Laut Planung übernimmt Sachsen neun Verletzte, davon drei das Universitätsklinikum Leipzig.

Die Betroffenen wurden am Flughafen von Krankentransportern abgeholt. Details zur Zahl der Patienten und ihren Verletzungen wollte das Bundesamt für Katastrophenschutz noch nicht nennen. Am frühen Abend verwies eine Sprecherin darauf, dass die Aktion noch nicht abgeschlossen sei.

Kabine für Patientenüberwachung ausgerüstet

Die Bundeswehr hat bei der Evakuierung abermals auf bewährte Technik gesetzt und einen A310 MedEvac (Medical Evacuation) eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein älteres Flugzeug, das für verschiedene Aufgaben umgebaut werden kann. Es sollte ursprünglich schon ausgemustert sein. Die Maschine ist für Intensivpatienten ausgerüstet, ermöglicht auch während des Flugs eine optimale Überwachung und Versorgung der Patienten. Ärzte und Pflegepersonal sind an Bord. Das Flugzeug hat immer wieder Menschen aus Kriegs- und Katastrophengebieten ausgeflogen oder auch Corona-Patienten verlegt.

Blick in die Kabine eines A310, der zu einer fliegenden Krankenstation umgerüstet ist.
Im Flugzeug können die Vitalfunktionen der Patienten überwacht werden. Bildrechte: MDR/L. Müller

Verwundete in Polen abgeholt

Da wegen des Kriegs Russlands gegen die Ukraine der Luftraum über der Ukraine für Zivil- und Rettungsflüge gesperrt ist, hat die Bundeswehr die Patienten in Polen abgeholt. Dorthin waren die Verletzen auf dem Landweg in Sicherheit gebracht worden. Bereits in den vergangenen Wochen war das Flugzeug mehrfach in selber Mission im Einsatz.

Blick in die Kabine eines A310, der zu einer fliegenden Krankenstation umgerüstet ist.
Die A310 der Bundeswehr haben zwar schon einige Jahrzehnte auf dem Tacho und sollten eigentlich schon in Rente sein, allerdings leisten sie als "fliegende Intensivstationen" noch gute Dienste. Bildrechte: MDR/L. Müller

Maschine rund um die Uhr einsatzbereit

Der A310 steht ständig auf dem Flughafen Köln-Bonn bereit, um zu Rettungsmissionen zu starten. Ohne Nachtanken kann die Maschine bis zu 11.000 Kilometer fliegen. Nach einer Alarmierung werden etwa drei Stunden benötigt, um den Flug vorzubereiten und das speziell geschulte Personal aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen zu ziehen.

MDR (lam,kk)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 28. April 2022 | 18:30 Uhr

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