Corona Leipziger Clubs setzen auf 2G-Regelung

Nach gut anderthalb Jahren wachen derzeit viele Clubs und Konzerthallen aus ihrem Corona-Schlaf auf. Weil viele, vor allem Clubs auf das 2G-Modell setzen, also geimpft oder genesen, kann auch wieder eng an eng getanzt werden. Es bedeutet aber auch, dass ein Teil des früheren Publikums – die Ungeimpften – ausgeschlossen werden. Das finden nicht alle gut.

Tänzer
Auch im Leipziger Club Distillery kann mittlerweile wieder gefeiert werden. Bildrechte: imago images/Hans Lucas

Dröhnende Bässe, verschwitzte Körper – was im Elipamanoke vor mehr als zwei Jahren ganz normal war, soll hier nun bald wieder möglich sein. Der kleine Leipziger Techno-Club wird im November wieder die Türen für 200 tanzwütige Gäste öffnen. Und das Elipamanoke setzt auf 2G – rein kommen also nur geimpfte und genesene Technofans.

Kein Einlass ohne Impf- oder Genesenen-Nachweis

Seit Ende September haben Veranstalter in Sachsen die Möglichkeit, das 2G-Modell zu nutzen. Für das Club-Team war die Entscheidung schnell klar, rechnet Henny Völzke vom Elipamanoke vor. "Wir haben ungefähr eine Impfquote von 95 Prozent unter den Gästen. Das heißt eine Öffnung unter 2G, wo wir 100 Prozent Auslastung fahren dürfen, da werden wir weniger Leute ausschließen als, wenn wir auf 3G gehen, wo wir nur 70 Prozent Auslastung haben dürfen."

Die Gäste müssten also künftig ihren Impf- oder Genesenen-Nachweis mitbringen. Menschen, die sich nicht impfen lassen können, kämen mit einem Test rein. Weshalb Henny Völzke glaubt, dass sich der Ärger mancher Clubfans über die 2G-Regel in Grenzen halten werde.

Kontroverse um 2G-Regelung

Doch nicht alle Partygänger halten die 2G-Entscheidung vieler Leipziger Clubs für richtig: "Ich denke, dass auf der einen Seite ein klarer Ausschluss ist. Und ich finde, dass man irgendwie mit Tests eine gute Lösung gefunden hat und man da bestimmte Forderungen an die Leute stellen kann, aber 2G ist halt ein Ausschluss. Ist halt blöd – macht man nicht."

Andere junge Leute, die an diesem Nachmittag im Leipziger Süden unterwegs sind, finden die 2G-Regelung aber gut. Vorausgesetzt, es wird auch konsequent kontrolliert, meint eine Person. Eine weitere sagt: "Wenn jetzt jemand Bock hat dahin zu gehen, dann soll er sich halt impfen lassen. Und wenn er dazu nicht bereit ist, dann kann er halt da nicht hingehen."

Die Diskussion wird auch innerhalb der Clubszene kontrovers geführt, weiß Jörg Kosinski von der Leipziger Club-Initiative LiveKommbinat. Kosinski sagt: Die 2G-Regel werde von manchen Mitglieds-Clubs nur zähneknirschend akzeptiert. Denn sie seien nicht überzeugt, dass 2G der goldene Weg aus der Krise ist. "Trotzdem, und darin liegt der Widerspruch, ist bei der Mehrheit der LiveKommbinats-Mitglieder so, dass sie das für gutheißen, weil es die einzige Möglichkeit ist, indoor, unbestuhlt, Konzerte, Clubveranstaltungen durchführen zu können."

Leipziger Clubs haben Coronakrise überlebt

Glücklicherweise habe kein Leipziger Club coronabedingt dichtmachen müssen, sagt Kosinski. Obwohl rund 80 Prozent der Einnahmen weggebrochen seien. Viele hätten mit Staatsgeldern, Spenden und Krediten die Krisenmonate überstanden.

So habe es auch das Elipamanoke geschafft, resümiert Clubfrau Henny Völzke. Doch kämpfen müssten sie weiter, auch wenn der Club jetzt wieder öffnen könne. "Also wir hoffen, zumindest nicht weiter ins Minus zu rutschen. Wenn wir es denn schaffen, mit einem Gewinn rauszugehen, ist das super, weil wir haben ja noch diesen 50.000 Euro Kredit abzuzahlen und das Geld muss ja auch irgendwo herkommen. Das ist eine Summe, die für uns als kleiner Club wirklich eine Hausnummer ist."

Vorerst werde das Elipamanoke aber nur freitags und samstags öffnen. Der Mittwoch, wie vor Corona, werde noch nicht bespielt, erklärt Völzke. Dafür müsse erst noch das neue Personal geschult werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

11 Kommentare

NochJemand vor 6 Wochen

Ich verstehe das Problem nicht. Impfen kostet nichts, jeder kann eine Impfung kriegen, es ist nur ein kleiner Pieks. Und bei manchen hinterher zwei Tage milde Erkältungssymptome. Danach kann man überall hingehen und an allem teilnehmen.
Corona ist dagegen zehn- bis zwanzigmal schlimmer. Selbst ein "moderater" Verlauf dauert 1-2 Wochen mit hohem Fieber, Gliederschmerzen, scharfem Husten. Je nach persönlicher Anfälligkeit können auch andere Organe (Darm!) befallen sein. Später dauert es Wochen, bis man wieder halbwegs fit und ausgehtauglich wird. (Und die Haare fallen aus!)
Was sollen also diese ganzen hergeholten Scheinargumente gegen das Impfen? Es ist und bleibt der Königsweg aus der Pandemie.
Wer das partout trotzig verweigert, kann halt nicht in die Clubs gehen oder ins Konzert. Eigene Entscheidung.

Guter Schwabe vor 6 Wochen

@Fakt: Der Genesen Status ist 6 Monate nach der Infektion vorbei. Dann ist man nichts mehr. Geimpfte, welche seit Januar sich so nennen können haben alle Freiheiten. Ob bei denen die Antikörperlast gleich 0 ist, ist medizinisch und politisch zur Zeit sch… egal. Es zählt nur der Status. Also erst informieren, dann einen Falschen raus hauen.

Fakt vor 6 Wochen

@Guter Schwabe:

Doch, wenn Sie nachweisen, dass Sie genesen sind, können Sie natürlich in Hamburg überall hin.
Zu Ihrer Information: 2-G bedeutet geimpft oder genesen. Soviel sollte man eigentlich wissen, wenn man sich zum Thema äußert.

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