Verschobene Operationen Langsame Rückkehr zur "Normalität" im Herzzentrum Leipzig

Herzzentrum Leipzig
Bildrechte: MDR/Lily Meyer

Wer krank ist und einen OP-Termin benötigt, hatte in den vergangenen Monaten nicht die allerbesten Karten. Viele "nicht dringliche" Eingriffe wurden wegen der Corona-Pandemie verschoben, da vielerorts Covid-19-Patienten stationär und intensivmedizinisch betreut werden mussten. Mit den leicht sinkenden Inzidenzwerten kehren nun einige Krankenhäuser zurück in so etwas wie Normalität.

So steht auch am Leipziger Herzzentrum nach mehreren Wochen Pause wieder eine geplante Operation auf dem Programm. Es sei ein kleiner Schritt in Richtung Normalität, findet der ärztliche Direktor Gerhard Hindricks. Und dieser Schritt sei dringend notwendig: "Bei den Herzinfarkten haben wir gesehen, dass die Sterblichkeit in den Krankenhäusern deutlich nach oben gegangen ist, weil die Menschen später gekommen sind."

Mehr als 1.000 verschobene Operationen

Dass nun wieder geplante Eingriffe stattfinden können, liegt an der zurückgegangenen Anzahl zu betreuender Covid-19-Patienten. Lagen im Herbst über 100 auf der Covid-Station im Herzzentrum, sind es derzeit nicht einmal zehn. Auch die anderen Krankenhäuser im Cluster Leipzig wie die Universitätsklinik Leipzig oder die Kliniken in Eilenburg, Delitzsch oder Oschatz kehren stufenweise zurück zu geplanten Eingriffen. Und die Zahl der aufgelaufenen OP-Terminen ist immens. Allein am Herzzentrum und am Park-Klinikum konnten über 1.000 Eingriffe coronabedingt nicht durchgeführt werden.

Dabei haben wir natürlich die Operationen, bei denen man ein gewisses Zeitfenster hat, sehr intensiv verschoben und das auch ohne gesundheitlichen Schaden für die betroffenen Menschen dabei in Kauf zu nehmen.

Gerhard Hindricks Ärtzlicher Direktor Herzzentrum Leipzig

Jetzt werden alle Kräfte dafür eingesetzt, den Patienten wieder ein Stück Gesundheit wiederzugeben. Doch Hindricks weiß: Von einem Normalbetrieb ist man nicht nur am Herzzentrum meilenweit entfernt. Denn Corona sei noch nicht verschwunden und weiterhin werden Schwerstkranke auf den Intensivstationen behandelt. Des Weiteren "wissen wir auch nicht genau, mit welcher Wucht und Intensität uns eine mögliche dritte Welle trifft".

Finanzielle Folgen noch nicht abschätzbar

Er hofft natürlich, dass die Anzahl der zu betreuenden Covid-19-Patienten nicht wieder so eklatant steigt. Denn wieder Operationen zu verschieben, würde die Patienten zusätzlich belasten. Auch wirtschaftlich hat das Virus zugeschlagen - im negativen Sinne: "Es war eine erhebliche Belastung fürs Gesundheitswesen", so Hindricks. Wie hoch die Einbußen von Herzzentrum und Parkklinik bislang sind, konnte der ärztliche Direktor nicht mit konkreten Zahlen beziffern. Die Endabrechnung wird wohl erst nach der Pandemie gestellt.

Quelle: MDR/bb/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.03.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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