Liveticker Versammlungsgeschehen in Leipzig verlagert sich auf Richard-Wagner-Platz

Gegnerinnen und Gegner der Corona-Beschränkungen demonstrieren am heutigen Sonnabend in der Leipziger Innenstadt. Das Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" hat Gegenkundgebungen angemeldet und ebenfalls Proteste organisiert. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Versammlung der Querdenker auf dem Richard-Wagner-Platz in Leipzig
Am Abend haben sich Querdenken-Protest und Gegenprotest auf den Richard-Wagner-Platz verlagert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tageszusammenfassung des Geschehens

21:00 Uhr | Ende des Livetickers

Damit beenden wir unsere Live-Berichterstattung zum heutigen Demogeschehen in Leipzig. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

20:40 Uhr | "Bürgerbewegung"-Versammlung und Gegenproteste beendet

Mehr als eine Stunde vor dem geplanten Ende sind die Versammlungen am Richard-Wagner-Platz von den Veranstaltern für beendet erklärt worden.

Es gab Versuche, dass sie auf den Ring kommen, aber da waren entweder Gegendemonstranten oder Polizei da, sodass diese Versuche im Keim erstickt wurden.

Jürgen Kasek Mitorganisator "Leipzig nimmt Platz"

20:30 Uhr | Masken-Angriff auf Jürgen Kasek am Nachmittag

Während der Demonstration am Augustusplatz ist dem Rechtsanwalt und Mitorganisator des Gegenprotests, Jürgen Kasek, der Mund-Nasen-Schutz vom Gesicht gezogen worden. Wie im SACHSENSPIEGEL-Interview zu sehen, reagiert Kasek damit, dem Unbekannten das Basecap abzuziehen. Dann sagt er: "Das ist unanständig. Das macht man einfach nicht". Diese Übergriffigkeit der Querdenker-Szene, alles besser zu meinen, sei ein Problem, so Kasek weiter.

19:45 Uhr | Jeweils mehrere Hundert Menschen auf den Versammlungen

Bei der Versammlung der "Bürgerbewegung Leipzig" sind nach Polizeiangaben mehrere Hundert Menschen auf dem Richard-Wagner-Platz. Auf der Seite des Gegenprotests von "Leipzig nimmt Platz" sind es ebenfalls um die 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

19:20 Uhr | Polizei greift in Innenstadt durch

Polizeisprecher Olaf Hoppe sagte im MDR SACHSENSPIEGEL, dass die Einsatzkräfte mehrere Gruppen in der Innenstadt gestellt haben und ihre Identitäten aufnehmen. Die Gründe, die die Polizei für ihr Vorgehen nannte: Die Teilnehmenden hätten einen verbotenen Aufzug durchgeführt und damit gegen die sächsische Coronaschutzverordnung verstoßen. Die Polizeikontrolle dauert noch an. Die Personen wurden in der Grimmaischen Straße gestoppt.

18:45 Uhr | Geschehen verlagert sich auf Richard-Wagner-Platz

Zum Abend wird sich das Versammlungsgeschehen auf den Richard-Wagner-Platz verlagern. Die sogenannte "Bürgerbewegung Leipzig" hat ab 19:00 Uhr eine Versammlung von 150 bis 500 Teilnehmenden unter dem Titel "Tag der Freiheit!" angezeigt.

Das Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" hat zur selben Zeit und ebenfalls am Richard-Wagner-Platz seinen Gegenprotest angemeldet. Zuvor fand eine Versammlung auf dem Augustusplatz statt. Hier Stimmen von Teilnehmenden:

18:20 Uhr | Dynamische Einsatzlage in Innenstadt

Wie Polizeisprecher Hoppe MDR SACHSEN sagte, seien die Einsatzkräfte in der Leipziger Innenstadt derzeit mit einer dynamischen Lage konfrontiert. Außerdem wisse er noch nicht, ob es Verletzte gegeben habe. Er wisse bisher lediglich von Notrufen.

Die Gruppen aus dem Querdenken-Protest versuchen in der Innenstadt, Aufzüge zu gestalten. Teile bewegen sich Richtung Richard-Wagner-Platz.

17:55 Uhr | Querdenken-Protest verteilt sich in Innenstadt

In Gruppen verschiedener Größe zieht der Querdenken-Protest vom Augustusplatz ab durch die Innenstadt, nachdem die Polizei die Absperrung aufgehoben hat. Die Gruppen verteilen sich auf der Grimmaischen Straße, in der Mädler-Passage und auf dem Marktplatz. Die Situation lässt sich als unübersichtlich beschreiben.

Demonstranten auf einer Straße
Teilnehmende der "Bewegung Leipzig"-Versammlung stehen auf der Goethestraße und kommen nicht weiter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

17:45 Uhr | Stimmung am Augustusplatz wird aufgeheizter

Eine MDR-Reporterin berichtet von aggressiver Stimmung am Augustusplatz nahe Grimmaischer Straße. Mehrere Wasserwerfer werden aufgefahren. Der Querdenken-Protest versuche immer wieder Durchbrüche der Polizeikette.

Demonstranten auf einer Straße
Die Polizei hat am Sonnabend auch mehrere Wasserwerfer im Einsatz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

17:35 Uhr | Notrufe verletzter Personen eingegangen

"Aktuell gehen bei uns mehrere Notrufe verletzter Personen ein", teilt die Polizei über Twitter mit. An der Goethestraße wurde ein medizinischer Versorgungspunkt eingerichtet. Über die genaue Anzahl und die Umstände ist noch nichts bekannt.

17:15 Uhr | Gegenprotest beendet Versammlungen

Das Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" hat seine Versammlungen auf dem Augustusplatz, der Runden Ecke und auf dem Kleinen Willy-Brandt-Platz über Twitter für beendet erklärt.

Auch weitere Gegenproteste erklärten ihr Versammlungsende und forderten Teilnehmende auf, zur Goethestraße zu kommen. Dort ist die Situation weiterhin angespannt, denn der Querdenken-Protest steht dicht an den Polizeisperren und drängt auf den Marsch zum Hauptbahnhof und über den Innenstadtring.

16:55 Uhr | "Eine Herausforderung": Polizeisprecher Hoppe mit Zwischenfazit

Am frühen Abend hat Polizeisprecher Olaf Hoppe eine erste Einschätzung zum Versammlungs- und Veranstaltungsgeschehen in Leipzig abgegeben. Er sprach davon, dass der heutige Tag eine Herausforderung sei. Es werden noch mehr als 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer für das Fußballspiel erwartet und es finde parallel eine Veranstaltung in der Arena statt.

Man sieht, dass mehrere Tausend Menschen zusammengekommen sind. Wir haben aber nicht die Zahlen vom 07. November 2020.

Olaf Hoppe Sprecher der Polizeidirektion Leipzig über Querdenken-Protest

16:40 Uhr | Wasserwerfer am Augustusplatz

Zwei Wasserwerfer der Polizei stehen auf den Straßenbahnschienen an der Haltestelle Augustusplatz. Wie die Polizei twitterte, werde die geltende Coronaschutz-Verordnung weiterhin konsequent umgesetzt.

16:15 Uhr | Querdenken-Protest eingekesselt - Situation angespannt

Nach dem Versuch über den Ring zu laufen, ist der Querdenken-Protest zum Stehen gekommen. Es kam zu einzelnen Versuchen, in der Goethestraße die Polizeikette zu durchbrechen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Aufzüge sollten verhindert werden, hieß es von der Polizei auf Twitter. Teilnehmende des Gegenprotests haben Querdenken-Demonstranten nahe der Grimmaischen Straße eingekesselt.

Demonstration Querdenken Leipzig 6.11.21
Die Polizei setzt am Augustusplatz Pfefferspray gegen Teilnehmende des Querdenken-Protests ein. Bildrechte: xcitepress

16:00 Uhr | Aktiver Gegenprotest am Augustusplatz

Teile des Gegenprotests haben versucht, die Teilnehmenden von einem Marsch um den Ring abzuhalten.

Nach Angaben der Polizei ist der Fahrradaufzug vom Lindenauer Markt in der Innenstadt angekommen und ohne besondere Vorkommnisse beendet worden.

15:45 Uhr | Querdenker setzen sich in Bewegung - Polizei blockiert

Unter Rufen haben sich die Teilnehmenden der "Bewegung Leipzig"-Versammlung vom Augustusplatz über die Goethestraße in Bewegung gesetzt. Nach Angaben eines MDR-Reporters kommen die Menschen aus sieben verschiedenen Bundesländern. Es seien weit mehr als 1.000 Teilnehmende. Die Polizei hat den geplanten Zug über den Innenstadtring jedoch vorerst in Höhe des Schwanenteiches gestoppt.

Demonstration Querdenken Leipzig 6.11.21
Teilnehmende der "Bewegung Leipzig"-Versammlung wollten über den Innenstadtring marschieren. Die Polizei verhinderte dies. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

15:35 Uhr | Polizei erteilt Platzverweise für 24 Personen

Am Rande der Proteste wurden 24 Personen aus der rechten Szene festgesetzt. Sie hätten verbotene Gegenstände bei sich getragen und seien in Gewahrsam genommen worden, informierte die Polizei über Twitter.

15:15 Uhr | Maximale Teilnehmerzahl bei "Bewegung Leipzig" erreicht

Wie die Polizei mitteilt, ist die maximal erlaubte Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der Versammlung der "Bewegung Leipzig" von Querdenkern auf der Opernseite des Augustusplatzes erreicht.

Der Gegenprotest von "Leipzig nimmt Platz" und dem DGB Leipzig findet zeitgleich auf der Gewandhausseite statt. Nach Angaben der Veranstalter haben sich dort derzeit etwa 800 Menschen versammelt.

Demonstranten sammeln sich auf dem Augustusplatz.
Am Sonnabend versammeln sich Menschen auf der Opernseite des Augustusplatzes zur Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen. Bildrechte: xcitepress

14:00 Uhr | Polizei mit Großaufgebot in der Stadt

Die Polizei ist in Leipzig mit einem Großaufgebot vor Ort. Grund sind nach Angaben der Polizeidirektion zwei Versammlungen, deren Gegenversammlungen sowie das heutige Fußballspiel RB Leipzig gegen Borussia Dortmund. Die Einsätze ziehen sich demnach über den Nachmittag, mit Schwerpunkt auf dem Abend. Bevölkerung und Besuchende der Stadt müssen sich auf umfangreiche Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen. Auch Sperrungen sind möglich. Polizeisprecher Olaf Hoppe sagte MDR SACHSEN, man sei gut vorbereitet.

Die Demonstrationen dürfen nur als Kundgebung mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden. Das hatte die Stadt Leipzig zuvor mit Verweis auf die aktuelle Corona-Lage mitgeteilt. Ausnahmen hinsichtlich der sogenannten "Ortsfestigkeit" gebe es für eine angemeldete Fahrrad-Demonstration und einen Auto-Korso.

Polizeiwagen auf dem Augustusplatz.
Auf dem Augustusplatz und in anderen Teilen Leipzigs ist die Polizei am Sonnabend mit einem Großaufgebot vor Ort. Bildrechte: xcitepress

13:30 Uhr | Dutzende Demonstrationen bei der Stadt angemeldet

In Leipzig sind für das Wochenende insgesamt 14 Demonstrationen angemeldet, davon zwölf am Sonnabend und zwei am Sonntag, teilte die Stadt mit. Nachdem die Vorwarnstufe der Corona-Schutzverordnung erreicht wurde, sind nur maximal 1.000 Personen pro Demonstration erlaubt. Außerdem dürfen diese ausschließlich an einem festen Ort stattfinden. Versammlungsverbote stünden nicht zur Debatte, hieß es aus der Stadtverwaltung.

13:00 Uhr | Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" sagt Laufdemos ab

Aufgrund der angespannten Corona-Lage hat das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" seine für Sonnabend geplanten Laufdemonstrationen in der Leipziger Innenstadt abgesagt. Wie das Netzwerk mitteilte, soll es nun stattdessen ab 14:30 Uhr stationäre Versammlungen auf dem Augustusplatz (Gewandhausseite), dem Willy-Brandt-Platz, an der Runden Ecke und auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz geben. Außerdem ist den Angaben zufolge ab 14 Uhr eine Raddemo vom Lindenauer Mark aus geplant. Das Bündnis befürchtet, dass Querdenker trotz eines Verbots von Laufdemos ähnlich wie 2020 über den Ring laufen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren.

Auf jeden Fall sind wir als Zivilgesellschaft gefragt, vor Ort zu sein und wenn es sein muss, auch unter Beachtung aller Regeln, stationär den Ring vor einem erneuten historischen Missbrauch zu verteidigen.

Irena Rudolph-Kokot Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz"

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/AFP/Reuters/KNA

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 06. November 2021 | 19:00 Uhr

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