Modellprojekt Leipzig plant eigene Corona-App

Seit Ende Oktober rollt der Ball in der Red-Bull-Arena in Leipzig ohne Zuschauer über den Rasen. Auch in der Arena Leipzig hat es seit einem Jahr keinerlei Veranstaltungen mehr gegeben. Nun will die Stadt Leipzig mit einem Modellprojekt untersuchen, wie eine Rückkehr zum normalen Leben nach der Pandemie vorbereitet werden kann. Auch eine eigene Corona-App schwebt der Stadt Leipzig dabei vor.

Bild eines durchgestrichenen Virus und Aufschrift Corona-App auf dem Display eines Smartphones
Bildrechte: imago images / Jens Schicke

Im Rahmen des Modellprojekts "Sport mit Zuschauern" plant die Stadt Leipzig eine eigene Corona-App. Bei der Vorstellung des Modellprojekts am Montag sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung, damit solle eine Rückkehr zum normalen Leben vorbereitet werden. Nach einem Jahr Pandemie würden in Deutschland immer noch praxistaugliche Daten fehlen, wie und wo sich Menschen infizieren, erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Montag bei der Vorstellung des Projektes. Auch wie Veranstaltungen unter Pandemiebedingungen stattfinden können, ist laut Jung immer noch ungeklärt.

Wir müssen Antworten auf diese Fragen finden, nur so können wir den Menschen eine Perspektive aus der Pandemie heraus aufzeigen.

Burkhard Jung Oberbürgermeister Stadt Leipzig

Schnelltests und Digitalisierung

Sollte in der ab 1. April geltenden neuen Corona-Schutzverordnung die Regelung zu den Modellprojekten weiter enthalten sein, könnte das Projekt sofort starten. Geplant ist, die genehmigten und erprobten Hygienekonzepte von Stadion und Arena um die massentaugliche Testung von Besuchern zu erweitern. Die Testergebnisse sollen dann digitalisiert an die Gesundheitsämter übermittelt werden. Mit dem bis voraussichtlich Ende Juni avisierten Modellprojekt sollen Wege eruiert werden, wie ausschließlich negativ getestete Personen Veranstaltungen besuchen können.

Leipziger Weg - eigene App

Das Projekt soll durch eine eigene Corona-App unterstützt werden. OB Jung erklärte, seine Stadt wolle nicht länger warten und gehe bei der Digitalisierung einen eigenen, einen Leipziger Weg.

Ich warte nicht mehr auf das, was da in Dresden oder Berlin gegebenenfalls über eine zentrale App-Möglichkeit entschieden wird.

Burkhard Jung Oberbürgermeister Stadt Leipzig

Derzeit sind zwei bis drei solcher Anwendungen im Gespräch. Vorteil der App: Mittels QR-Code könnte dem potenziellen und negativ getesteten Besucher die Möglichkeit gegeben werden, für 24 Stunden ein fast normales gesellschaftliches Leben zu führen. Restaurant- oder Museumsbesuche wären so wieder denkbar.

Auch der Geschäftsführer des SC DHfK Handball, Karsten Günther, hofft auf die Chance einer verantwortungsvollen Rückkehr von Zuschauern. Damit könnte auch Öffnungen für andere Bereiche des öffentlichen Lebens im Zusammenspiel mit Teststrategien und digitalem Besuchertracing möglich werden.

Partner des Modellprojektes "Sportveranstaltungen" Neben der Stadt Leipzig beteiligen sich an dem Modellprojekt RB Leipzig, der SC DHfK Handball, die Infektologie des Universitätsklinikums Halle und die ZSL Betreibergesellschaft mbH, die die Arena Leipzig betreibt.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.03.2021 | 09:00 Uhr in den Nachrichten

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