Universitätsklinikum Leipzig Corona-Mutation aus Südafrika erstmals in Sachsen nachgewiesen

Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor in Plauen für die weitere Untersuchung vorbereitet.
Es ist der erste Nachweis der Mutation aus Südafrika in Sachsen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Am Leipziger Universitätsklinikum ist am Mittwoch erstmals die als sehr ansteckend geltende Mutation des Coronavirus aus Südafrika nachgewiesen worden. Man habe gegen die betroffene Frau, bei der die Virus-Variante B.1.351 festgestellt worden sei, umgehend strenge Quarantäne-Maßnahmen verhängt und mit der Nachverfolgung des Infektionswegs begonnen, teilte die Leipziger Stadtverwaltung mit. Das Klinikum erklärte, es sei der erste Nachweis der Mutation in Leipzig und in ganz Sachsen.

Vollständige Überprüfung im Gange

Betroffen ist nach Angaben des Leipziger Universitätsklinikums eine Frau Mitte 20. Sie sei zu Wochenbeginn am Klinikum wegen eines Notfalls behandelt worden - allerdings nicht wegen eines Corona-Verdachts. Das Virus sei im Zuge eines Routine-Screenings aller Patienten nachgewiesen worden. "Eine vollständige Sequenzierung des Virusgenoms der nun nachgewiesenen Virusvariante ist in Arbeit", sagte die kommissarische Leiterin des Instituts für Virologie an der Klinik, Corinna Pietsch. Das Institut untersucht demnach seit dem 17. Dezember alle positiven Proben auf Hinweise einer Mutation. In keinem weiteren Fall sei bisher eine Mutation festgestellt worden, hieß es. Pro Woche würden rund 4.000 Corona-Tests durchgeführt.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) sagte, es ist unklar, wo sich die Frau die Virusmutation zugezogen hat. Zur Zeit würden alle Kontaktpersonen der Betroffenen getestet. Ob sich die Virusmutation schon verbreitet habe, müsse die Auswertung der Tests ergeben, sagte Köpping. Laut Uniklinik zeigte die Frau keine Symptome und ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

Oberbürgermeister appelliert an Einhaltung der Regeln

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung appellierte in dem Zusammenhang, sich streng an die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. "Diese aufgetretene Mutation ist, nach allem was wir wissen, deutlich ansteckender als das uns bisher bekannte Coronavirus", so Jung. Es komme jetzt mehr denn je auf jeden Einzelnen an, sich selbst und andere Menschen zu schützen und die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen.

Auch andere Mutationen in Sachsen

Anfang Januar war auch die erstmals in Großbritannien entdeckte Mutation des Virus in Sachsen nachgewiesen worden. Die infizierte Person aus Dresden war aus Großbritannien zurückgekehrt. Auch diese Mutation verbreitet sich nach aktuellem Wissensstand deutlich schneller. Bislang scheinen die Mutationen WHO-Experten zufolge nicht gegen Corona-Impfstoffe resistent zu sein. Die schnelle Entwicklung der Virusvarianten könne jedoch durchaus darauf hindeuten, dass das Virus einen "impfstoffresistenten Phänotyp" entwickle.

Ärztin, die einen Impfstoff für einen Patienten vorbereitet
Wie sich die Mutationen genau auf den Impfstoff auswirken, ist noch unklar. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Westend61

Deshalb müssten die Mutationen genau beobachtet werden, um solche resistenten Coronavirus-Varianten frühzeitig zu erkennen. Aber es erhöhe auch die Dringlichkeit, die Menschen zu impfen, erklärte der deutsche Virologe Christian Drosten. "Wir müssen jetzt alles tun, um so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich zu impfen, auch wenn das bedeutet, dass wir das Risiko eingehen, für einige Varianten zu selektieren", sagt er.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.01.2021 | 13:00 Uhr in den Nachrichten

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