Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Am St. Georg Krankenhaus in Leipzig blickt man optimistisch in die Zukunft. 2023 könnte die Corona-Pandemie der Meinung des Chef-Infektiologe Christoph Lübbert zufolge vorbei sein. Bildrechte: Klinikum St. Georg

PandemieCorona-Überlastung droht an Krankenhäusern in Leipzig

von MDR SACHSEN

Stand: 15. März 2022, 16:02 Uhr

Die Corona-Pandemie hat noch einmal Fahrt aufgenommen. Die Omikron-Welle sorgt auch in Sachsen für Rekordinzidenzen. Alarmierend darüber hinaus: Stand gestern lagen 1.254 Patienten wegen oder mit Corona auf den Normalstationen der Krankenhäuser. Die Überlastungsstufe von 1.300 ist inzwischen möglicherweise geknackt. MDR SACHSEN hat sich nach der Lage an Leipzigs Krankenhäusern erkundigt.

An Leipzigs Krankenhäusern sind die Medizinerinnen und Mediziner angesichts der steigenden Anzahl von Corona-Patienten alarmiert. Trotz der drohenden Überlastungsstufe herrsche aber keine Beunruhigung, meint Christoph Lübbert, Chefarzt der Abteilung Infektiologie und Tropenmedizin am St. Georg Krankenhaus in Leipzig.

Hoher Pflegeaufwand

Im St. Georg Krankenhaus werden laut Lübbert derzeit 65 Patienten wegen oder mit Corona behandelt. "Jeder Corona-Patient muss isoliert behandelt werden. Der Mehraufwand bei der Pflege ist enorm", betont der Chefarzt im Gespräch mit MDR SACHSEN. Ähnlich stellt sich die Situation im Universitätsklinikum Leipzig (UKL) dar. Hier werden dem UKL zufolge 11 Corona-Patienten intensivmedizinisch betreut. 65 liegen auf Normalstationen.

Christoph Lübbert, Chefarzt der Abteilung Infektiologie und Tropenmedizin am St. Georg Krankenhaus in Leipzig. Bildrechte: Uniklinik Leipzig

Personalmangel als zusätzliches Problem

Mit den 65 Patienten operiere das St. Georg Krankenhaus an der Leistungsgrenze, sagt Lübbert. 30 oder 50 Mehr und die Überlastung wäre wieder erreicht. Dazu komme der Personalmangel, der zusätzlich Problem bereite. "Durch die hohen Infektionszahlen auch innerhalb der Belegschaft sind wir personell ausgedünnt", so der Mediziner weiter.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Allerdings sei die Überlastung nicht mit der vorheriger Corona-Wellen zu vergleichen, betont Lübbert. "Die schweren Verläufe der Delta-Variante haben wir heute zum Glück nicht mehr", sagt der Chef-Infektiologe und blickt optimistisch in die Zukunft. Eine sehr viel höhere Impfquote vorausgesetzt, könnte die Pandemie bald ein Ende haben. "Auch die Geimpften werden sich irgendwann mit Corona infizieren. Dadurch werde die Immunität immer besser, so dass das Virus kaum noch zirkulieren kann", erklärt er. Doch das könnte sich noch bis ins Jahr 2023 hinein hinziehen.

Mehr zur Coronavirus-Pandemie in Sachsen

MDR (mar/kühnke)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | 15. März 2022 | 17:50 Uhr