LGBTQIA+ Tausende queere Menschen demonstrieren beim CSD Leipzig für Miteinander

Die Akzeptanz für queere Menschen ist in der Gesellschaft noch nicht verankert. Um auf die Themen der Szene aufmerksam zu machen und für mehr Öffentlichkeit zu sorgen, fand in der vergangenen Woche der 29. Christopher Street Day in Leipzig statt. Am Sonnabend endete die Programmwoche mit einer Demonstration.

Burkhard Jung hisst die Regenbogenflagge vor dem Neuen Rathaus.
Wie in jeden Jahr wurde zu Beginn der CSD-Woche die Regenbogenfahne vor dem neuen Rathaus gehisst. Bildrechte: dpa

Mit einer Demonstration ist am Sonnabend in Leipzig die diesjährige Veranstaltungswoche des Christopher Street Days in Leipzig (CSD) zu Ende gegangen. Laut CSD Leipzig hatten sich tausende Menschen an der Kundgebung im Rosentahl und an der Demonstration durch die Innenstadt beteiligt.

"Nicht verstecken, nicht wanken"

Unter dem Motto "unsichtbar" gab es in der vergangenen Woche zahlreiche Veranstaltungen, um auf die Situation von queeren Menschen aufmerksam zu machen. "Denn wir glauben, dass Ausgrenzung und Diskriminierung nur mit Sichtbarkeit und Aufklärung überwunden werden kann. Nicht verstecken, nicht wanken", heißt es im Programmheft des CSD. Denn Gleichberechtigung und Gleichbehandlung unterschiedlicher Lebensweisen und sexueller Identitäten könne im gesellschaftlichen Bewusstsein nur durch direkten Kontakt verankert werden.

Regenbogenfahne und zahlreiche Veranstaltungen

"Ein Highlight war das Hissen der Regenbogenfahne gleich zu Beginn der Veranstaltungswoche vor dem neuen Rathaus", erklärt CSD-Sprecherin Sandra Kamphake MDR SACHSEN. Es sei immer wieder eine Ehre, das machen zu dürfen. Die Programmwoche selbst sei Kamphake zufolge sehr gut angenommen worden. Zahlreiche Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops boten die Möglichkeit sich mit den Themen der LGBTQIA+-Community auseinanderzusetzen. Dabei ging es unter anderem um die Rolle der sächsischen Justiz im Kampf gegen Queerfeindlichkeit oder um die Frage, was die Pandemie in der Szene verändert hat.

CSD fordert Vereinfachung des Transexuellengesetzes

Auch das Transsexuellengesetz wurde diskutiert. In diesem Zusammenhang erwartet der CSD Leipzig von der nächsten Bundesregierung eine Vereinfachung der Regularien. "Wenn jemand als Mann geboren wurde, sich aber als Frau fühlt, soll der entwürdigende Prozess mit den zahlreichen Gutachten wegfallen", meint Kamphake. "Es gibt Parteien mit denen wird es schwieriger, mit anderen leichter. Aber das sehen wir im September", ergänzt sie.

Das Prinzip der kleinen Schritte

Um mehr Akzeptanz für queere Menschen in der Gesellschaft zu schaffen, ist laut CSD zudem eine breite Informationsquelle und mehr Aufklärung nötig. "Denn wir möchten nicht mehr als alle anderen Menschen auch. Dazu zählt heiraten, ein Kind adoptieren, nicht geschlagen werden, wenn wir Händchen haltend über die Straße laufen und auf Ämtern nicht diskriminiert werden", fasst Kamphake zusammen. Aber gesellschaftliche Akzeptanz dauere eben länger als beschlossene Gesetze. "Wir setzen hier auf das Prinzip der kleinen Schritte und wissen, dass es sich um einen langwierigen Prozess handelt", so Kamphake.

Jubiläum im kommenden Jahr

Wer mehr Informationen zu queeren Themen haben möchte, dem empfiehlt Kamphake den Podcast "Inside CSD Leipzig". Dort gäbe es viele Infos zu lokalen Akteurinnen und Akteuren. Und darüber hinaus freue sich die Szene schon auf das nächste Jahr. Denn 2022 feiert der CSD Leipzig sein 30-jähriges Jubiläum.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 17. Juli 2021 | 19:00 Uhr

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