Cyberkriminalität Hackerangriff auf Spreadshirt - Juristen für härteres Durchgreifen

Anfang Juli hat es weltweit schwere Cyberattacken auf zahlreiche Unternehmen gegeben. Die Hacker verlangten 70 Millionen Dollar Lösegeld für die erbeuteten Daten. Auch einige deutsche Firmen waren Ziel des Angriffs. Jetzt ist in Leipzig ein Unternehmen von Hackern angegriffen worden: die Spread Group, zu der auch der T-Shirt-Anbieter Spreadshirt gehört. Jetzt hat sich auch der Sächsische Richterverein zu Wort gemeldet.

Taste auf einer Tastatur mit der Aufschrift Cyberattacke
Auf die Spread Group in Leipzig hat es einen Cyberangriff gegeben. Ob dadurch ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist, ist bislang unklar. Bildrechte: IMAGO

Nach dem Cyberangriff auf die Leipziger Spread Group, zu der auch der Print-on-Demand-Anbieter Spreadshirt gehört, hat der Sächsische Richterverein (SRV) die Landespolitik aufgefordert, die Strafverfolgung im Bereich der Computerkriminalität so schnell wie möglich zu optimieren. Es genüge nicht, Hackerangriffe technisch abzuwehren. Die Angreifer müssten auch verfolgt und Nachahmer durch eine glaubhafte Strafverfolgung abgeschreckt werden, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung.

Richterverein: Computerkriminalität stärker bekämpfen

Um das zu erreichen, müssen nach Angaben des Vereins schnellstens Strukturen geschaffen und die vorhandenen Fähigkeiten gebündelt und gestärkt werden. Der Landesvorsitzende des SRV, Reinhard Schade, sagte: "Unternehmen und Behörden werden von in- und ausländischen Hackergruppen, die Daten sperren und Lösegelder erpressen, gerade massiv bedroht. Hier muss dringend für eine glaubhafte Ermittlung und Verfolgung der bisher weitgehend anonymen Täter gesorgt werden."

Wir sehen die Justizministerin am Zug, der Schaffung einer zentralen Cybercrime-Ermittlungseinheit zuzustimmen.

Reinhard Schade Landesvorsitzender Sächsischer Richterverein

Spread Group: Daten manipuliert

Am Montag wurde bekannt, dass es einen Hackerangriff auf die Spread Group gegeben hatte. Der Angriff sei "organisiert" gewesen und mit "hoher krimineller Energie" durchgeführt worden, teilte das Unternehmen mit. Den unbekannten Angreifern sei es gelungen, "Zugriff auf interne Daten zu erlangen".

Nach Angaben des Unternehmens sind unter anderem Adress- und Vertragsdaten von Kunden, Partnern, Mitarbeitern und externen Dienstleistern von der Cyberattacke betroffen. Darüber hinaus seien auch "Bezahldaten von einem kleinen Teil der Kunden komprimittiert, die per Banküberweisung bei Spreadshirt, Spreadshop oder TeamShirts bezahlt und hierüber eine Erstattung erhalten haben", erklärt die Spread Group weiter. Partnerunternehmen, die von der Spread Group Provisionen erhalten, seien ebenfalls von der Attacke betroffen. Die Angreifer hätten demnach Zugriff auf die Bankverbindungen und PayPal-Adressen dieser Partner erhalten. Von allen anderen Kunden seien, zumindest nach aktuellem Ermittlungsstand, keine Kontoinformationen auf den betroffenen Servern gespeichert gewesen. 

Ein Schild auf dem "spread shirt" steht.
Bei einem Cyberangriff auf die Leipziger Spread Group wurden zahlreiche Daten erspäht. Bildrechte: MDR/Moritz Arand

Kunden sollen Passwort ändern

Die vom Cyberangriff Betroffenen wurden laut Spread Group über den Vorfall informiert. Vorsorglich sollten alle Kunden ihre Passwörter ändern. Unterdessen laufen die Ermittlungen. Der IT-Krisenstab des Unternehmens arbeite dabei eng mit externen Sicherheitsspezialisten zusammen, so das Unternehmen. Auch seien die Ermittlungsbehörden bereits eingeschaltet.

Auswirkungen auf die Produktion und den weiteren Geschäftsbetrieb habe die Cyberattacke nicht, erklärte das Leipziger Unternehmen abschließend. Die Spread Group sei "vollumfänglich produktions- und lieferfähig."

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 12. Juli 2021 | 12:30 Uhr

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