Bei Demonstration Connewitzer Polizeidienststelle mit Steinen attackiert

In Leipzig ist am Dienstagabend am Rande einer Demonstration erneut die Polizeidienststelle attackiert worden. Mehrere Personen haben Polizeiangaben zufolge einige Gebäude im Leipziger Stadtteil Connewitz mit Gegenständen beworfen. In der Dienststelle seien zu der Zeit am Dienstagabend mehrere Beamte gewesen, diese seien unverletzt geblieben, sagte ein Polizeisprecher.

Mann wirft Bierflasche gegen Polizeiauto

Die Schäden an den Gebäuden könnten noch nicht beziffert werden. Zu Hintergründen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Es werde wegen des Anfangsverdachts des Landfriedensbruchs ermittelt. Außerdem habe später ein Mann eine Bierflasche gegen ein Polizeiauto geworfen, hieß es. Polizisten hätten ihn gestellt, er habe sich gewehrt. Gegen ihn wird wegen Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Eine Polizeistation in Leipzig ist durch Steinwürfe beschädigt
Scheiben des Polizeipostens in Connewitz wurden offenbar durch Steinwürfe beschädigt. Bildrechte: MDR

Demo für Gefangenen in Griechenland

In sozialen Netzwerken hatten Linksextreme zuvor zu einer spontanen Demonstration zur Unterstützung des in den Hungerstreik getretenen griechischen Gefangenen Dimitris Koufodinas aufgerufen. Die Demonstranten aus der mutmaßlich linksgerichteten Szene trugen ein Banner mit der Aufschrift "In Solidarität mit D. Koufodinas und allen politischen Gefangenen".

Menschen demonstrieren in der Dunkelheit und laufen durch eine Straße
Demonstranten aus dem linken Spektrum gingen für die Unterstützung eines Gefangenen in Griechenland auf die Straße. Bildrechte: MDR

Dimitris Koufodinas Der heute 63-jährige Koufodinas war 2003 als einer der Mörder der extremistischen Untergrundorganisation "17. November" zu elf Mal lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Zuletzt lebte er in einem Landwirtschaftsgefängnis, in dem die Gefangenen an der frischen Luft arbeiten und gewisse Freiheiten genießen. Nach einer Gesetzesänderung zu Hafterleichterungen veranlasste die konservative Regierung jedoch, dass er in ein Hochsicherheitsgefängnis in Mittelgriechenland verlegt wird. Koufodinas fordert nun mit seinem Hungerstreik, wenn schon nicht in das Landwirtschaftsgefängnis, dann zumindest wieder in das Athener Gefängnis verlegt zu werden, in dem er ursprünglich saß. Koufodinas und weitere 14 Mitglieder der Terrororganisation hatten zwischen 1975 und 1999 insgesamt 23 Menschen ermordet, darunter Polizisten und Politiker. Reue gezeigt hat Koufodinas nie. (dpa)

Im Leipziger Stadtteil Connewitz war es in der Vergangenheit immer wieder zu teils gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Linksextremen und der Polizei gekommen. Auch das Revier in dem Stadtteil war bereits mehrfach Zielscheibe von offenbar politisch motiviertem Vandalismus.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.03.2021 | 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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