Großeinsatz Demonstration in Leipzig: Laut und weitgehend friedlich

In Leipzig hat es am Sonnabend zahlreiche Proteste und Kundgebungen gegeben. Unter anderem wurde zu einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen aufgerufen. Auch zahlreicher Gegenprotest hatte sich angekündigt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot im Einsatz. Die halbe Innenstadt wurde im Vorfeld abgesperrt.

Ein Polizeifahrzeug steht vor einem Absperrgitter, dahinter mehrere Beamte in Uniform.
Die Polizei wwar mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Beamten wurden von Kollegen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Auf dieser Seite:

In Leipzig hat es am Sonnabendnachmittag zahlreiche Proteste und Kundgebungen gegeben. Unter anderem hatte die rechtsextreme Partei Freie Sachsen eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen angemeldet, zu der in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aufgerufen worden ist. Gleichzeitig hat es einen Fahrrad-Korso der Initiative "Leipzig nimmt Platz" vom Süden in Richtung Innenstadt gegeben. Dabei richtete sich der Protest gegen den Aufmarsch der Corona-Kritiker.

Hunderte auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Nach Angaben einer MDR-Reporterin versammelten sich am frühen Nachmittag Hunderte Menschen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Neben Kritikern der Corona-Maßnahmen und Impfgegnern nahmen auch Menschen teil, die offenbar das Handeln des russischen Präsidenten im Ukraine-Krieg unterstützen.

Nach der Auftaktveranstaltung marschierten die Demonstrationsteilnehmer über den Ring in Richtung Willy-Brandt-Platz. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Anzeigen erstattet, weil während der Demonstration Hitlergrüße gezeigt wurden. Die Organisatoren der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen hatten mit 5.000 Teilnehmern gerechnet. Laut Polizei war die Anzahl jedoch geringer und lag im niedrigen vierstelligen Bereich.

Ein Demonstrationszug läuft auf einer Straße entlang.
Zur Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen kamen weniger Teilnehmer als erwartet. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Gegendemonstranten versuchen Blockaden

Konkrete Teilnehmerzahlen der Kundgebung, die unter anderem von der Initiative "Leipzig nimmt Platz" organisiert wurde, konnte die Polizei nicht nennen. Es seien aber etwas weniger gewesen, als bei der Demonstration der sogenannten Querdenkerszene. Verlief es nach Reporterangaben bei diesem Protest am Anfang "laut, aber friedlich", musste die Polizei im Verlauf mehrere Blockadeversuche der Gegendemonstranten am Hauptbahnhof unterbinden. Dabei ist laut Reporter auch Pfefferspray zum Einsatz gekommen.

Viele Menschen stehen wegen einer Kundgebung auf einem Platz
Beim Gegenprotest nahmen einige Hundert Demonstranten lautstark teil. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Innenstadt teilweise abgesperrt

Die Polizei Leipzig war mit einem Großaufgebot im Einsatz und wurde unter anderem von Einsatzkräften aus Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützt. Um die öffentliche Sicherheit und Ordnung gewährleisten zu können, waren im Leipziger Innenstadtbereich mehrere Absperrgitter aufgestellt. Ein Polizeisprecher sprach auf Anfrage von MDR SACHSEN von einem überwiegend sehr friedlichen Verlauf, während die linke Szene in den sozialen Medien teilweise ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte kritisierte. Über Verletzte oder Festnahmen war zunächst nichts bekannt.

Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen an einem Platz
Einige Bereiche der Leipziger Innenstadt wurden mit mobilen Gittern und Einsatzfahrzeugen abgesperrt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Auch ein Hubschrauber war über der Innenstadt in der Luft, um den Polizeieinsatz zu lenken.

MDR (bb)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 02. April 2022 | 19:00 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen