Gesellschaftliches Engagement Ehrung mit Annen-Medaille: Die gute Seele von Markkleeberg

Seit 1995 wird in Sachsen die Annen-Medaille für gesellschaftliches Engagement verliehen. Diesmal hat Sozialministerin Petra Köpping in Dresden 21 Menschen geehrt – darunter Ursula Altmann aus Markkleeberg. Die engagiert sich auf vielfältige Art und Weise in ihrem Wohnort.

Zu sehen sind zahlreiche Menschen, die im Kronensaal auf Schloss Albrechtsberg geehrt wurden.
Die Auszeichnungsveranstaltung für die Annen-Medaille fand auf Schloss Albrechtsburg statt. Bildrechte: Sozialministerium Sachsen/Arvid Müller

Ursula Altmann ist aufgeregt. Dabei hat sie die Ehrung mit der Annen-Medaille mehr als verdient. Ursula Altmann ist tief verwurzelt in der Kirchgemeinde Markkleeberg. Seit ihrem fünften Lebensjahr ist sie aktives Mitglied der Gemeinde, im Kirchenchor, im Kirchenvorstand und darüber hinaus. Als Mitarbeiterin der Diakonie rief sie die integrative Kindertagesstätte ins Leben.

Als sie 2009 nach 16 Jahren im Dienst in Altersteilzeit ging, war noch lange nicht Schluss. Seitdem kümmert sie sich ehrenamtlich um die Gemeinde. "Ich bin bis heute im Kirchenchor sehr aktiv, mache Gottesdienstvorbereitung, und auch Seniorenbetreuung, d.h. wir halten den Seniorennachmittag mit Musik und Andacht und dann backen wir, bringen Obst mit. Wir organisieren also einen schönen Nachmittag für die Senioren."

21 Menschen geehrt

Die Annen-Medaille wurde im Jahre 1995 von der Sächsischen Staatsregierung zum Andenken an die wohltätige Kurfürstin "Anna von Sachsen" (1532 - 1585) gestiftet. Nach Angaben des Sozialministeriums wurde sie dieses Jahr zum 26. Mal verliehen. 21 Menschen sind dabei geehrt worden. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres in der Übersicht:

  • Ursula Altmann, Markkleeberg
  • Andrea Bollmann und Edith Kudla, Dresden
  • Klaus Biedermann, Herrnhut
  • Carmen Döring, Leipzig
  • Annerose Giese, Rothenburg
  • Steffen Handrick, Gnaschwitz-Gaußig
  • Valentina Herrmann, Coswig
  • Irene Horwarth, Pirna
  • Michaela Hustig, Döbeln
  • Annette Kluge, Bautzen
  • Maria Kulessa, Bautzen
  • Maria Lehner, Moritzburg
  • Renate Militzer, Glashütte
  • Claudia Reichl, Klingenberg
  • Irene Schenk, Leipzig
  • Klaus Schwabe, Hartmannsdorf (nicht anwesend)
  • Gisela Spott, Doberschütz
  • Diana Steyer, Meißen
  • Elke Thomas, Riesa
  • Barbara Vogl, Reichenbach

Begegnungscafé für Geflüchtete

Darüber hinaus rief sie 2015 im ökumenischen Kreis ein Begegnungscafé ins Leben, um Geflüchteten das Ankommen zu erleichtern. Eine Arbeit, die Früchte trägt. "Die wohnen ja alle sehr gut in Markkleeberg, sind hier gut angekommen. Die Familien organisieren sich mittlerweile auch alleine. Viele haben Berufe bekommen und das ist eine sehr schöne Sache", sagt Altmann.

Seit Anfang des Jahres unterrichtet sie außerdem zwei Kinder aus Syrien und Afghanistan. Dabei hat sie mit ihren neun Enkelkindern im Alter von 7 bis 30 Jahren eigentlich schon genug zu tun. Aber sie braucht es, unter Menschen zu sein.

In vielen Orten in Sachsen engagieren sich Menschen für die Gesellschaft. Und das nicht erst seit 2021, wie dieses Beispiel aus Leisnig zeigt.

Der Leisniger Kasten war Mittelpunkt des Solidarprinzips. In diesem Sinn ist heutzutage auch Elvira Illgen engagiert. Und auch Roland Kühnke packt bei der Döbelner Tafel mit an. 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ehrung auf Schloss Albrechtsberg

Wenn irgendwo jemand ruft, bin ich gern zur Stelle

sagt Ursula Altmann. "Also, ich bin gern unterwegs und freue mich ganz besonders, dass ich gesund und mit Freude da noch helfen kann und vor allen Dingen eine Aufgabe habe. Das ist für mich ganz wichtig. Das Gute, was man empfängt, auch liebevoll weiterzugeben."

Und für dieses langjährige, große Engagement wurde Ursula Altmann am Donnerstag als eine von 21 Bürgerinnen und Bürgern bei einer Festveranstaltung auf Schloss Albrechtsberg von Sozialministerin Petra Köpping mit der Annen-Medaille ausgezeichnet.

"Wir brauchen Menschen, die sich für andere einsetzen, denn ohne sie wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer. Im gegenseitigen Zuwenden haben aufkommender Egoismus, Ausgrenzung und Zerstrittenheit deutlich weniger Chancen", sagte die Ministerin im Rahmen der Ehrung.

MDR/Lars Tunçay/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

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