Stadtrat Leipzig beschließt Standort für Freiheits- und Einheits-Denkmal

Vor 14 Jahren hatte der Bundestag beschlossen, dass ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig entstehen soll. Doch der erste Anlauf dazu scheiterte 2014. Was 2008 beschlossen wurde, soll nun endlich Wirklichkeit werden. Also: Was lange währt, wird endlich gut?

Im zweiten Anlauf für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig hat der Stadtrat am Donnerstag über den Standort abgestimmt. Demnach soll das Denkmal auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz errichtet werden. Das ist derselbe Ort, der schon im ersten Verfahren ausgesucht worden war. Ein Bürgerrat hatte den Platz zuvor empfohlen, die Stadträte bestätigten mehrheitlich diesen Vorschlag. Als nächstes soll nun ein Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung des Denkmals vorbereitet werden.

Die Bemühungen um ein Denkmal für die Friedliche Revolution in Leipzig reichen bis ins Jahr 2008 zurück. Damals beschloss der Bundestag, dass in Leipzig und Berlin je ein Denkmal aus Bundesmitteln errichtet werden soll. Nach jahrelangem Streit um den Standort und juristischen Auseinandersetzungen um die Siegerentwürfe wurde das Projekt 2014 auf Eis gelegt. In Berlin soll dieses Jahr am 3. Oktober ein Freiheits- und Einheitsdenkmal eröffnet werden.

Entwurf Einheitsdenkmal 70.000
Einer der Entwürfe für das Freiheits- und Einheits-Denkmal in Leipzig sah auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz 70.000 bewegliche Würfel vor. Bildrechte: Stadt Leipzig

Leipzig war ein Ausgangspunkt der friedlichen Montagsdemonstrationen. Am 9. Oktober 1989 gingen in der Messestadt 70.000 Menschen auf die Straße und setzten sich für ihre Bürgerrechte ein. Der Wilhelm-Leuschner-Platz befindet sich neben der damaligen Demonstrations-Strecke, dem Innenstadtring. Die Friedliche Revolution habe gar nicht auf dem Platz stattgefunden, lautete 2014 die Kritik an der Wahl des Standorts. 

MDR (bb)dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 17. Juni 2022 | 05:30 Uhr

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