Zurück im Büro Nach Homeoffice-Ende: Freude über Kollegen, Kantine und Kontakte

Nach langen Wochen im Homeoffice mit Homeschooling der Kinder, hektischem Kochen zwischendurch und Videokonferenzen im Stundentakt sind seit Donnerstag wieder mehr Angestelle an ihren Arbeitsplätzen präsent. Die Pflicht zum Homeoffice endete am 30. Juni. Auch Sekretärin Katharina Funke hat in Leipzig ein Stück ihres Alltags zurückbekommen. Am meisten freute sie sich dabei über banale Dinge und ihre Anfahrt zum Job.

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch auf einem Stuhl und dreht sich seitlich zur Kamera. Es ist die SAB-Mitarbeiterin Katharina Funke, die am 1.7.2021 nach längerer Zeit im Homeoffice erstmals wieder zurück ins Büro kommen konnte.
Katharina Funke an ihrem Arbeitsplatz im Büro der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig. Bildrechte: SAB

Normalerweise hat für Katharina Funke der Arbeitstag in den vergangenen Wochen um 8 Uhr begonnen, wenn die Kinder in der Schule waren und sie - manchmal ungeschminkt - zu Hause ihren PC startete. Doch am Donnerstag lief ihr Arbeitstag anders ab. Nach dem Ende der gesetzlichen Homeofficepflicht wurde sie von ihrem Arbeitgeber zurück ins Büro gerufen. "Ich hab mich so gefreut, die Kollegen zu sehen. Wir haben uns alle begrüßt und erzählt", sagt die Sekretärin im Rechnungswesen bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB).

Ich war so aufgeregt, dass ich heute um halb fünf wach im Bett lag und gar nicht mehr schlafen konnte.

Katharina Funke Sekretärin und Assistentin

Nach den Arbeitswochen zu Hause im Homeoffice und viele Wochen lang auch mit Homeschooling für die Kinder ist die Markkleebergerin froh darüber, wieder mit dem Fahrrad die 8,6 Kilometer Strecke zur Arbeit zu radeln. Im Rückblick bilanziert sie: "Das Homeoffice hatte viele Vorteile. Ich konnte ruhiger arbeiten, meine Zeit passend auf die Familie einteilen und habe trotzdem mehr geschafft als im Büro." Allerdings habe ihr der Austausch mit Kollegen gefehlt, Dinge und Unterschriften, die sich auf schnellem Dienstweg erledigen lassen, seien oftmals aufwändiger gewesen, Informationen innerhalb des Teams holperten.

Es klingt vielleicht seltsam, aber ich war heute so froh, nicht auch noch kochen zu müssen, sondern einfach in die Kantine zu gehen und mir aus drei Menüs Nudeln mit Pesto aussuchen zu können.

Katharina Funke Aus dem Homeoffice zurück im Büro

100 Prozent Anwesenheit nicht geplant

Von den 1.100 Mitarbeitenden der SAB arbeitete seit Beginn der dritten Corona-Welle etwa 50 Prozent des Personal zu Hause, so wie Katharina Funke. "Das ist aktuell auch noch so. Ab nächster Woche wird es mehr Präsenz in unseren Büros geben", kündigt der Abteilungsleiter Organisation, Alexander Schmidt, an. Die Quote solle maximal auf 75 Prozent der Mitarbeitenden in den Büros steigen. Das sei vertretbar, um auf die Pandemie-Erfordernisse zu reagieren.

Zu Beginn der Krise im Frühjahr 2020 konnte die SAB nach eigenen Angaben ihre Belegschaft nicht sofort von zu Hause arbeiten lassen. "Wir standen damals vor der riesigen Herausforderung, das Personal zu entzerren, brauchten unsere Leute aber auch im Haus, um die Corona-Hilfsprogramme zu bearbeiten", erklärt Schmidt, der auch den Krisenstab der Aufbaubank leitet. In Dresden mietete die Bank Hotelzimmer im Dorint gleich nebenan im Haus an, um die Mitarbeiter arbeitsfähig und nah an der SAB zu haben. Zu Spitzenzeiten arbeiteten 150 Kollegen in Hotelzimmern für die SAB.

Die Freude in der Mannschaft war heute schon deutlich zu spüren.

Alexander Schmidt Abteilungsleiter Organisation

Wunsch nach mehr Spielräumen

Auch Schmidt arbeitete im vergangenen halben Jahr stets drei Tage in der Woche von zu Hause aus und stellte fest, dass ihm persönliche Kontakte zunehmend fehlten. "Ich glaube, wir werden künftig Modelle haben, die flexibler sind als vor der Pandemie." Bis zu zwei Tage flexibles Arbeiten von zu Hause können die SAB-Angestellten bereits nutzen - "Flexwork" heißt das betriebsintern. Ein Tag Homeoffice wäre auch in Schmidts Sinne.

Wir müssen sehen, was in den kommenden Monaten praktikabel ist. Wir müssen die Dinge einfach ausprobieren.

Alexander Schmidt Leiter der Notfallleitung der SAB

Einen Tag pro Woche will auch Sekretärin Katharina Funke gerne von zu Hause arbeiten. An den anderen vier wird sie abwechselnd in Dresden und Leipzig arbeiten - auch von unterwegs aus im Zug. "Es wäre schön, wenn Arbeitszeiten grundsätzlich flexibler wären. Dann kann man auch von zu Hause arbeiten, wenn mal ein Kind krank ist", wünscht sich die zweifache Mutter für alle Angestellten in Deutschland.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | in den Nachrichten | 30. Juni 2021 | 10:00 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen