Polizeigewalt? Leipziger Polizei ermittelt nach Demo gegen Thüringer Kollegen

Am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen mit prorussischen Teilnehmenden in Leipzig ist es zwischen Gegnern dieser Demonstration und der Polizei zu einem Zwischenfall gekommen. Ein Beamter soll einen Gegendemonstranten gewaltsam zu Boden gestreckt haben. Das zeigt ein Video, das auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht wurde. Nun ermittelt die Polizei, wie es zu dem Vorfall gekommen ist.

Eine Gruppe von Polizisten stehen um zwei Demonstranten
Bei der Demonstration am Sonnabend in Leipzig soll ein Polizist einen Teilnehmer gewaltsam zu Boden gestreckt haben. Gegen den Beamten wird jetzt ermittelt. Bildrechte: xcitePRESS

Auf dieser Seite:

Die Polizeidirektion Leipzig ermittelt nach den Demonstrationen am Sonnabend in der Stadt gegen einen Kollegen aus Thüringen. Wie ein Sprecher MDR SACHSEN am Sonntag sagte, soll der Beamte einen Protestierenden gewaltsam zu Boden gestreckt haben.

Reporter: Keine Provokation im Vorfeld

Nach Reporterangaben kam es zu dem Vorfall, nachdem Teilnehmende des Gegenprotestes versucht hätten, die Demonstration gegen die Corona-Politik in der Nähe des Hauptbahnhofes zu blockieren. Mit massiver Präsenz der Polizei sei das verhindert worden, so der Reporter. Daraufhin hätten sich die Gegendemonstranten zurückgezogen.

Ein anderer Augenzeuge berichtet MDR SACHSEN, dass der Mann von einem Beamten so zu Boden gestreckt worden sei, dass er einige Sekunden benommen liegen blieb. Der Schlag sei wie aus dem Nichts gekommen. Provokationen oder aggressives Verhalten gegen die Beamten kurz vor dem Schlag hatte es den Angaben zufolge nicht gegeben.

Eine Gruppe von Polizeibeamter in Montur stehen um einen Mann, der am Boden liegt
Nach MDR-Informationen soll es im direkten Vorfeld des Schlages keine Provokation in Richtung Polizei gegeben haben. Bildrechte: xcitePRESS

Video zeigt Vorfall

Ein im Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichtes Video zeigt den Vorfall. Darin sind auch Kennnummer, Zugehörigkeit und Funktion des Polizisten gut zu erkennen, der nun beschuldigt wird. Nach der Sichtung des Videos seien erste Ermittlungen wegen des Verdachts einer Straftat eingeleitet worden, erklärte der Polizeisprecher Olaf Hoppe. Konkret gehe es um Körperverletzung im Amt.

Die Szene entspricht nicht dem Vorgehen von uns, um professionell zu handeln.

Olaf Hoppe Polizeidirektion Leipzig

Jetzt müsse das Geschehen sachlich aufgeklärt werden, erklärte Hoppe. Dabei würden auch die Umstände untersucht, die möglicherweise zu der Handlung geführt hätten und nicht auf dem Video zu sehen sind.

Weniger Teilnehmende als erwartet

Am Sonnabend hatte in Leipzig laut Polizei eine niedrige vierstellige Zahl von Menschen gegen die Corona-Politik protestiert. Die Organisatoren hatten mit mehr als 5.000 Teilnehmenden gerechnet. Im Umfeld gab es zudem mehrere kleinere Gegendemonstrationen. Insgesamt waren rund 1.000 Polizisten im Einsatz, um die Versammlungen abzusichern. Die sächsischen Beamten wurden dabei von Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützt. Sie nahmen unter anderem eine Anzeige wegen des Zeigens des Hitlergrußes sowie wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot auf. Insgesamt blieb es den Angaben zufolge aber weitgehend friedlich.

MDR (bb)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 03. April 2022 | 12:00 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen