#fahrradgate Staatsanwaltschaft Dresden durchsucht Polizeidienststelle in Leipzig

Sichergestellte Fahrräder in einer Asservatenkammer.
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In der Affäre um illegal weiterverkaufte Fahrräder durch Mitarbeitende der Leipziger Polizei ist eine Dienststelle durchsucht worden. Wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte, seien zudem an sieben weiteren Orten in Leipzig und im Leipziger Umland Wohnungen von drei Beschuldigten sowie nicht verdächtiger Dritter durchsucht worden. Zuvor hatte das Portal "Tag 24" berichtet.

Beweismittel sicherstellen

Ziel des Einsatzes am Dienstag sei es gewesen, "Beweismittel aufzufinden, um insbesondere die Tatzusammenhänge aufzuklären", erklärte die Sprecherin. Es seien Unterlagen, Handys und drei Fahrräder beschlagnahmt worden. An dem Einsatz waren den Angaben zufolge 23 Polizisten, zwei Beamte des Landeskriminalamts sowie zwei Staatsanwälte beteiligt.

Beamtin der Asservatenkammer unter Verdacht

Bei der Leipziger Polizei soll eine Beamtin, die die Asservatenkammer für gestohlene Fahrräder geleitet hatte, über Jahre solche Räder zu niedrigen Preisen illegal weiterverkauft haben, vornehmlich an Kolleginnen und Kollegen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen Mitte Juni 2020 an sich gezogen und ermittelt in insgesamt drei Verfahren.

Ermittlungen gegen 86 aktive und ehemalige Polizisten

Das Hauptverfahren richtet sich gegen vier Beschuldigte, darunter zwei Polizisten. Ermittelt werde unter anderem wegen Verdachts des Diebstahls oder Unterschlagung, Betrugs sowie Vorteilsnahme oder Bestechlichkeit. Mit Blick auf die Käufer der Räder wird gegen 118 Beschuldigte ermittelt, darunter 77, die zum Tatzeitpunkt Polizisten in Sachsen waren. Das dritte Verfahren wegen Strafvereitelung im Amt richtet sich gegen sieben aktive oder ehemalige Polizisten.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2021 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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