Textilindustrie Fashion Revolution Week in Leipzig

Am 24. April 2013 gingen die Bilder der eingestürzten Rana Plaza Textilfabrik in Bangladesch um die Welt. Rund 1.200 Menschen starben damals, 2.500 wurden zum Teil schwer verletzt. In dem Fabrikkomplex wurde für einige der größten globalen Modemarken Kleidung hergestellt. Das Unglück war der Startschuss für eine globale Bewegung: Der Fashion Revolution. Seitdem wird weltweit auf die Situation der Beschäftigten in der Textilindustrie hingewiesen und Wege zu fairen Alternativen aufgezeigt. Auch in Leipzig.

Junge Näherin in der Textilfabrik
Bildrechte: imago/photothek

Leipzig beteiligt sich ab Montag an der internationale Aktionswoche "Fashion Revolution Week". Bei der 2014 ins Leben gerufenen Kampagne soll daran erinnert werden, unter welchen Bedingungen Kleidung für den schnellen Konsum produziert wird. Unterstützt wird die Woche von dem Netzwerk "Leipzig handelt fair".

Billig-Mode und faire Alternativen

Bis kommenden Sonntag stehen in Leipzig dabei unter anderem die Schattenseiten der Billig-Mode und faire Alternativen sowie digitale Live-Touren zur Leipziger Textilgeschichte auf dem Programm. Gestartet wird die Fashion Revolution Week am Montag mit einer Online-Veranstaltung des Vereins "Eine Welt Leipzig". Unter dem Titel "Verstehen und handeln! Produktionswahnsinn Fast Fashion in Zeiten von Corona" wird es dabei um Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in Süd-Osteuropa gehen. Auch ökologische Probleme und Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben von Textilarbeitern dort werden beleuchtet.

Eine Bildmonatge auf der Menschen Schilder hoch halten.
Seit dem Rana Plaza Unglück, das am 24.4.2013 durch den Einsturz von maroden Teilen einer Textilfabrik in Bangladesch über 1.200 Leben und 2.500 Verletzte forderte, findet jährlich die Kampagne Fashion Revolution Week statt. Aufgerufen wird mit dem Hashtag #whomademyclothes. Bildrechte: fairfashionlab.de

Luft nach oben

Ziel der Aktionswoche sei es auch, das Bewusstsein für faire Mode bei den Menschen zu stärken, erklärte Mitorganisatorin Ulrike Biller von Fair Fashion Lab Leipzig MDR SACHSEN. Denn da gebe es noch Luft nach oben. In Leipzig aber auch anderswo in Sachsen werde tolle Mode fair und nachhaltig produziert, so Biller.

Es muss aus den Köpfen raus, dass faire Mode unattraktiv, dass sie Mode der "Generation Grünkern" ist.

Ulrike Biller Fair Fashion Lab Leipzig

Erste Slow-Fashion-Tour

Gezeigt wird faire Mode und wo sie entsteht unter anderem bei der Premiere der ersten Slow-Fashion-Tour am Dienstag. Der virtuelle Rundgang, der in Echtzeit auf Zoom übertragen wird, führt zu Orten textiler Geschichte in Leipzig-Plagwitz. Auch die textile Gegenwart wird Teil der Tour sein.

 Ein große alte Fabrik an einem Fluß
Die erste Slow Fashion Tour lädt am Dienstag ein nach Plagwitz. Das Motto der digitalen und interaktiven Führung: "Textiles Wirken früher und heute in Plagwitz". Die Veranstaltungen sind alle kostenlos, bei einigen wird um Anmeldung gebeten. Bildrechte: fairfashionlab.de

Das Netzwerk "Leipzig handelt Fair"... ... ist aus der Steuerungsgruppe "Fairtrade Town" hervorgegangen, die seit 2011 diesen Titel kontinuierlich nach Leipzig holen konnte. Die Stadt Leipzig ist Mitglied der Steuerungsgruppe und unterstützt Aktionen zur Förderung des fairen Handels.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten Studio Leipzig | 19. April 2021 | 15:30 Uhr

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