Seltene Fledermausart in Leipziger Plattenbau entdeckt

Undatierte Aufnahme einer Alpen-Fledermaus (Plecotus Alpinus), die im August 2001 in Ristolas im Nationalpark Queyras in den französischen Alpen entdeckt wurde.
Eigentlich sind Alpenfledermäuse vor allem in Felsspalten im Gebirge zu Hause. Spalten in unsanierten Plattenbauten scheinen sie jedoch auch zu mögen. Bildrechte: dpa

70 Jahre galt die Alpenfledermaus in Deutschland als ausgestorben. Jetzt wurde sie wiederentdeckt – in einem Leipziger Plattenbau. Wie das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mitteilte, bewohnen die Tiere ein Plattenbaugebiet im Osten der Messestadt. Es handelt sich um eine kleine Kolonie von vier Weibchen, die in den Straßen und Höfen des Gebiets sowie in einer angrenzenden Parkanlage samt künstlichem Gewässer Jagd auf Insekten machen. Als Quartier nutzen die Alpenfledermäuse Spalten an unsanierten Plattenbauten. In Sachsen sind die Tiere laut Landesamt das erste Mal nachgewiesen worden. In Deutschland wurde die letzte Kolonie dieser Art 1951 in Oberbayern gesichtet.

Akustische Nachweise der Tiere auch in anderen Städten

Dem Landesamt zufolge gibt es auch akustische Nachweise der Alpenfledermaus in Dresden, Torgau und an der Mulde bei Grimma. Das lasse auf weitere Vorkommen der kleinen, etwa sperlingsgroßen Fledermaus in Sachsen schließen. Die Alpenfledermaus, die den lateinischen Namen Hypsugo savii trägt, kommt sonst vor allem in Südeuropa und im Alpenraum vor. Sie bewohnt felsenreiche Lebensräume vom Hochgebirge bis zu Küstenregionen und nutzt überwiegend Felsspalten oder Spalten an Gebäuden als Quartiere.

In Deutschland wurde die Alpenfledermaus nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz in den vergangenen Jahren gelegentlich nachgewiesen. Einige dieser Tiere gelangten offenbar durch Warentransporte ins Bundesgebiet.

Quelle: MDR/sth/afp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 17. April 2021 | 13:30 Uhr

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