Flugverkehr Flughafen Leipzig/Halle plant neue Gebühren

Wer einen Flughafen anfliegt, zahlt dafür Nutzungsgebühren, fast so wie der Autofahrer im Parkhaus. Auch der Flughafen Leipzig/Halle verlangt Gebühren, allerdings sehr geringe. Nun plant das Land, als Anteilseigner des Flughafens, die Gebührenliste zu überarbeiten. Wer besonders laut dröhnt und nachts landet, könnte künftig mehr bezahlen.

Ein Cargo-Flugzeug landet am Flughafen Leipzig/Halle in Schkeuditz
Bildrechte: imago images/photothek

Der Flughafen Leipzig/Halle überarbeitet seine Gebührenordnung für Fracht- und Passagierfluglinien. Wie ein Sprecher mitteilte, sollen in der neuen Entgeltordnung Gewicht, Lärm und Emissionen der Flieger berücksichtigt werden. Auch ein Nachtzuschlag soll aufgenommen werden. Weitere Details wurden nicht genannt.

Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung soll es eine stärkere Unterscheidung zwischen leiseren und lauteren Maschinen geben. Behörden würden untersuchen, welche Flugzeuge am lautesten sind. Für Maschinen wie die Antonow 124 oder die Boing 747-400 könnten dann nachts höhere Gebühren anfallen.

Wachstumsmarkt nächtliche Frachtflüge

Seit Jahren nimmt der Flugverkehr am Leipziger Flughafen zu. Vor allem im Frachtbereich. So stieg das Frachtaufkommen im vergangenen Jahr laut Flughafensprecher um 15 Prozent - von 1,3 auf 1,6 Millionen Tonnen. Und auch für dieses Jahr wird mit einem weiteren Anstieg an Frachtflüge gerechnet.

In Leipzig landet ein Flugzeug der DHL
Der Frachtverkehr am Flughafen Leipzig/Halle wird meist in der Nacht abgewickelt. Bildrechte: dpa

Üblicherweise starten und landen die Frachtmaschinen nachts, denn bislang wird am Flughafen nicht zwischen Tag- oder Nachtlandungen unterschieden. Lärmgegner und Anwohner fordern schon lange, dass sich an den Gebühren etwas ändern muss. Dass es dadurch leiser wird, glaubt Peter Richter, Vorstandsvorsitzender der IG Nachtflugverbot, nicht.

Es wird mit zunehmenden Flugverkehr, und die Zahlen sprechen für sich, noch lauter.

Peter Richter IG Nachtflugverbot

Richter spielt damit auf den geplanten Ausbau des Flughafens an. Unter anderem will DHL seinen Logistikhub von 60 auf 100 Stellplätze erweitern.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hofft, dass sich durch höhere Gebühren sehr wohl was ändern könnte.

Nach Lärm gestaffelte Landegebühren könnten ein gutes Mittel sein, den Flugverkehr und seine Belastungen für die Anwohner zu steuern.

Burkhard Jung Oberbürgeremeister Stadt Leipzig

Noch gelten die alten Gebühren, denn der Entwurf muss noch vom sächsischen Wirtschaftsministerium genehmigt werden. Mit den Arbeiten für die neue Entgeltordnung sind unter anderem der Flughafen selbst und das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie betraut.

MDR (bb)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 16. Februar 2022 | 16:30 Uhr

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