Wirtschaft Leipzig stoppt Förderprogramm für den Mittelstand

Das Mittelstandsprogramm der Stadt Leipzig erfreut sich vor allem bei kleineren Firmen großer Beliebtheit. Jetzt musste es wegen der hohen Zahl an Anträgen gestoppt werden. Bis zu 1,8 Millionen Euro werden dieses Jahr vergeben. Die Empfänger reichen vom Startup bis zum mittleren Betrieb. Wer leer ausgegangen ist, kann voraussichtlich ab September wieder einen Antrag stellen.

Eurobanknoten liegen auf einem Tisch
Die Gelder des Leipziger Mittelstandsprogramms für kleinere Firmen sind begehrt. Bildrechte: dpa

Aufgrund der großen Nachfrage muss die Stadt Leipzig ihr Mittelstandsprogramm aussetzen. Wie das Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales der Stadt Leipzig mitteilte, sind mehr Anträge als erwartet eingegangen. Insgesamt seien Anträge in Höhe von 3,2 Millionen Euro eingereicht worden, hieß es. Das Budget des Mittelstandsprogramms der Stadt beträgt aber nur 1,8 Millionen Euro. Es war in diesem Jahr verdoppelt worden.

Wir möchten dafür sorgen, dass Unternehmen gut durch die Corona-Krise kommen und beispielsweise Hygieneauflagen finanzieren können. Hauptfokus ist jedoch, neue Geschäftsideen oder die Erweiterung des Betriebes zu unterstützen.

Andreas Schurk Referent im Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales der Stadt Leipzig

Geld für Maschinen und Digitalisierung

Als Beispiele nennt das Wirtschaftsdezernat auf Anfrage den Fall, wenn sich eine Firma neue Maschinen kaufen will oder wenn sie digitale Vertriebskanäle erschließen möchte, zum Beispiel mit einem Webshop. Neben klassischen Mittelständlern haben die Verantwortlichen der Stadt dabei auch die Leipziger Startup-Szene im Blick. Dabei gilt: Bis zu 40 Prozent der Kosten werden gefördert. Sollten die Firmen im Rahmen ihrer Projekte Aufträge in der Region vergeben, ist laut Wirtschaftsdezernat auch eine höhere Förderquote möglich.

"Das können bis zu 30 Prozent zusätzlich sein, beispielsweise wenn die Produkte ökologisch nachhaltig hergestellt werden", sagt Andreas Schurk. Im Schnitt liege die Förderung für die Projekte jeweils zwischen 2.000 und 72.000 Euro. Dabei kämen zu zwei Dritteln kleinere Firmen mit bis zu neun Beschäftigten zum Zuge, so Schurk.

Förderung soll für Umsatz und Arbeitsplätze sorgen

Die meisten Anträge aus den Unternehmen sind gegenwärtig für das Programm "Fortführung des Wachstums/Nachhaltiges Wachstum" eingetroffen. Das waren laut Wirtschaftsdezernat 85 Anträge mit einem Volumen von 2,3 Millionen Euro. 31 Anträge davon wurden bisher genehmigt. Nach einer Prognose der beteiligten Unternehmen sollen dadurch in den nächsten zwei Jahren 12,3 Millionen Euro Umsatz zusätzlich generiert und 87 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Neue Anträge ab September möglich

Am zweithäufigsten wurden Anträge im Bereich "Unternehmenssicherung in Krisenzeiten" gestellt. Die 28 Anträge haben einen Förderumfang von 410.000 Euro. Davon wurden aktuell zwölf Anträge bewilligt. 

Der große Erfolg des Mittelstandsprogrammes zeigt uns, dass Leipziger Unternehmen die Corona-Krise als Chance nutzen: Viele Projekte dienen der Digitalisierung von Geschäftsabläufen und der Vertriebswege.

Clemens Schülke komm. Leiter des Dezernates Wirtschaft, Arbeit und Digitales der Stadt Leipzig

Wie das Amt auf Nachfrage mitteilte, können voraussichtlich ab September wieder neue Anträge gestellt werden, dann für das Jahr 2022.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 07. Mai 2021 | 17:30 Uhr

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