Forschungserfolg Bäume im Leipziger Auwald können Hilferufe senden

Drohnenbild vom Forschungskran im Leipziger Auwald.
Forschen in luftiger Höhe: Mit Hilfe des Auwaldkrans konnten die chemischen "Hilferufe" der Bäume im 40 Meter hohen Kronendach festgestellt werden. Bildrechte: Jörn Rohrberg

Wissenschaftler haben erstmals die chemischen Hilferufe gestresster Bäume unter natürlichen Bedingungen nachgewiesen. Im 40 Meter hohen Kronendach des Leipziger Auwaldes konnten sie zeigen, wie die Bäume bei einem Befall durch Raupen und andere Pflanzenfresser mit Duftstoffen räuberische Insekten und sogar Vögel anlockten. Das teilte die Schiller-Universität in Jena am Mittwoch mit. Die chemischen Hilferufe seien so wirksam, dass sie die Zusammensetzung der Insektengemeinschaft im Blätterdach maßgeblich bestimmten. Dieses Wissen könnte künftig für die natürliche Schädlingsbekämpfung in Land- und Forstwirtschaft genutzt werden.

Erster Nachweis in der Natur

Dass Pflanzen bei Schädlingsbefall chemisch parasitierende Wespen, Raubwanzen und sogar Vögel anlocken können, sei bei ausgewachsenen Bäumen bislang nie in einer realistischen Umgebung getestet worden, sagte der ehemalige Leiter der Studie, Martin Volf vom Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv). Möglich gemacht habe dies eine Kombination von Methoden von Tierverhaltensexperimenten in 40 Metern Höhe auf dem iDiv-Auwaldkran bis hin zur molekularen Analyse der Pflanzenduftstoffe.

Quelle: MDR(lt)/dpa

1 Kommentar

geradeaus vor 16 Wochen

Gefällt mir. Es gibt in der Natur so viel zu entdecken. Dinge die auf den ersten Blick unglaublich klingen wie hier festgestellt das sich Bäume/Pflanzen bei Schädlingsbefall wehren können. Oder das sich auch Bäume mittels elektrischer Impulse über die Wurzeln untereinander warnen bei Schädlingsbefall. Klingt fantastisch, ist es auch ^^

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