Häusliche Gewalt Neue Anlaufstellen für hilfesuchende Frauen in Leipzig

Häusliche Gewalt
Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, erhalten jetzt in Leipzig noch schneller Hilfe. (Symbolbild) Bildrechte: colourbox.com

Eine zentrale Anlaufstelle für hilfesuchende Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, hat in Leipzig ihre Arbeit aufgenommen. Das sächsische Justiz- und Gleichstellungsministerium teilte am Freitag mit, damit müssten betroffene Frauen künftig nicht mehr die Frauenschutzhäuser in Leipzig und Umgebung einzeln abtelefonieren, um einen freien Platz zu finden. Es gebe stattdessen nun eine zentrale Rufnummer und zudem eine "Ständige Sofortaufnahme", die 24 Stunden in Betrieb ist.

Kontaktmöglichkeiten für Betroffene Frauenschutzhaus Leipzig: Tel. 0341/550104-0, fh4@frauenhaus-le.de

Ständige Sofortaufnahme der Frauen- und Kinderschutzeinrichtungen in der Region Leipzig: Tel. 0341/550104-20

Viertes Frauenschutzhaus in Leipzig

Seit Anfang des Jahres gebe es zudem in Leipzig ein viertes Frauenschutzhaus, hieß es. Es biete zusammen mit der zentralen Sofortaufnahme in 14 Familienzimmern Schutz und Hilfe.

Der Aufenthalt in der "Ständigen Sofortaufnahme" ist den Angaben zufolge auf wenige Tage befristet. Er biete von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern einen Schutzraum, in dem sie zur Ruhe kommen könnten und von wo aus sie hinsichtlich ihrer Perspektiven und möglicher weiterer Hilfen beraten und weitervermittelt würden, hieß es.

Immer mehr Anzeigen wegen häuslicher Gewalt

Seit Jahren registriert die sächsische Polizei steigende Zahlen bei häuslicher Gewalt. 2020 wurden im Freistaat 9.235 entsprechende Straftaten erfasst. 2019 waren es 8.890, im Jahr zuvor 8.635 Taten. An fast jedem dritten Tag wird den Angaben zufolge in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Der Europarat hatte zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt mindestens einen Familienplatz pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner empfohlen. In Sachsen werden diese Vorgaben laut Ministerium bisher in keiner Kommune erreicht.

Zuletzt hatten sich Berichte gemehrt, wonach die Corona-Pandemie und damit einhergehende Einschränkungen zu mehr häuslichen Konflikten führen. Diese können in körperlicher oder psychischer Gewalt gegen Kinder, Frauen und auch Männer gipfeln.

Auch Förderung von Männerschutz-Projekten in Sachsen

Von häuslicher Gewalt sind auch Männer betroffen. So hatte das Gleichstellungsministerium in Dresden im vergangenen Monat angekündigt, auch entsprechende Männerschutz-Projekte prüfen zu wollen. Seit 2017 erhalten Vereine in Leipzig, Dresden und Plauen als Anlaufstelle für betroffene Männer staatliche Förderung.

Quelle: MDR/lam/epd

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.04.2021 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Ein Kartoffelfeld 1 min
Bildrechte: imago images / Nature Picture Library
23.07.2021 | 12:51 Uhr

00:47 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/saalekreis/audio-wie-agrargenossenschaft-bad-duerrenberg-gegen-trockenheit-kaempft-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio
Christian Gessner von der AG Bad Dürrenberg 1 min
Bildrechte: Christian Gessner
23.07.2021 | 12:51 Uhr

00:46 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/saalekreis/audio-gessner-agrargenossenschaft-bad-duerrenberg-hitze-trockenheit-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr aus Sachsen