Weltradgipfel Leipzig wird Gastgeber für Velo-City 2023

Der internationalen Kongress Velo-city gilt als wichtigster Weltfahrradgipfel. Dort treffen sich Befürworter, Städte, Entscheidungsträger, Wissenschaftler und Branchenführer, um die Zukunft des Radfahrens zu gestalten. Im kommenden Jahr wird Leipzig Gastgeber der Velo-city sein. Die Stadt erhofft sich dadurch Impulse zur Stärkung des Radverkehrs.

Eine Radfahrerampel leuchtet grün
Leipzig wird im kommenden Jahr Gastgeber des wichtigsten internationalen Radverkehrskongress Velo-city. Bildrechte: dpa

Leipzig wird 2023 Ausrichter des internationalen Radverkehrskongresses Velo-city. Die Stadt erhielt jetzt vom veranstaltenden Europäischen Radfahrerverband ECF den Zuschlag für den sogenannten Weltradgipfel. Zu dem viertägigen Kongress, vom 27. bis 30. Juni auf der Neuen Messe, werden rund 1.400 Delegierte aus mehr als 60 Ländern erwartet. Die Entscheidung sei eine Anerkennung von Leipzigs Entwicklung zu einer Fahrradstadt, heißt es zur Begründung auf der Verbands-Internetseite.

Leipzig will sich als Fahrradstadt profilieren

Oberbürgermeister Burkhard Jung hofft mit der Wahl als Gastgeber Leipzig noch stärker als Fahrradstadt profilieren zu können. "Das Fahrrad kann und wird in der anstehenden urbanen Mobilitätswende eine große Rolle spielen und sollte den erforderlichen Straßenraum erhalten, damit die Menschen schnell und sicher Rad fahren können,“ erklärte Jung.

Von 'Velo-city' versprechen wir uns neue Impulse zur Stärkung des Radverkehrs und zur Neuausrichtung der Verkehrsträger.

Burkhard Jung Oberbürgermeister Stadt Leipzig

Zahlreiche Radfahrer fahren am Morgen über die Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Zentrum.
Laut ECF hat sich das Radverkehrsaufkommen in Leipzig in den letzten 20 Jahren verdoppelt und macht derzeit 19 Prozent des Verkehrsanteils aus. Zwischen 2010 und 2020 wuchs Leipzigs Radwegenetz von 376 auf 526 km. Bildrechte: dpa

ADFC Leipzig: Richtige Signal, viele Baustellen

Robert Strehler, Vorstandschef des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC in Leipzig freut sich auf den Kongress. Es sei das richtige Signal gewesen, sich zu bewerben, umso erfreulicher sei es, dass Leipzig auch den Zuschlag bekommen habe, sagte er MDR SACHSEN.

Bis dahin gibt es für Strehler in der Stadt allerdings "noch ganz viele Baustellen, die beseitigt werden müssen". Um sich als Fahrradstadt zu profilieren, brauche es noch viel mehr Mut. Als Beispiel nennt er den Promenadenring. Auf dem vielspurigen und viel befahrenen Ring darf laut Oberverwaltungsgericht seit 2018 Fahrrad gefahren werden. Aber erst im vergangenem Jahr wurde auf einem Teil des Ringes eine schmale Fahrradspur eingerichtet. "Wir wissen alle, dass wir was tun müssen, das bedeutet aber auch, dass der Verkehrsraum neu aufgeteilt werden muss", erklärte Robert Strehler. Doch diese Neuaufteilung sorge immer noch für viel Diskussionsbedarf und Erklärungen.

Robert Strehler, ADFC Leipzig, im Studiogespräch
Robert Strehler, Chef des ADFC Leipzig, sieht viel Potential für nachhaltige Mobilität in Leipzig. Velo-city 2023 sieht er als Chance, um mehr für den Fahrradverkehr in der Stadt zu erreichen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dennoch ist Strehler zuversichtlich, dass der Kongress Antrieb für den Mobilitätswandel in der Stadt sein kann. Leipzig hab großes Potential für nachhaltige Mobilität und gelte als Stadt der kurzen Wege, betonte der Leipziger ADFC Chef.

Mit der Bewerbung hat sich die Stadt den politischen Druck selbst gemacht. Jetzt gilt es die Hausaufgaben zu erledigen.

Robert Strehler ADFC Leipzig

Nach München 2007 ist Leipzig erst der zweite deutsche Ausrichter der Velo-City. Im vergangenen Jahr war Lissabon Gastgeber, in diesem Jahr ist es die slowenische Hauptstadt Ljubljana.

MDR (bb)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 15. Februar 2022 | 14:30 Uhr

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