Ermittlungen Nach Antisemitismusvorwürfen: Gil Ofarim stellt Strafanzeige

In der vergangenen Woche machte der Sänger Gil Ofarim Antisemitismusvorwürfe gegen das Westin Hotel Leipzig publik. Sie verursachten sowohl in Deutschland als auch international Aufsehen. Jetzt hat der Musiker Anzeige erstattet.

Gil Ofarim
Wie angekündigt, hat Gil Ofarim Anzeige gegen einen Hotelmitarbeiter des Leipziger Westin erstattet. Bildrechte: dpa

Der Sänger Gil Ofarim hat nach einer mutmaßlichen antisemitischen Äußerung im Westin Hotel Leipzig Strafanzeige gestellt. Das teilte seine Managerin mit, nachdem Ofarim als Zeuge bei der Münchner Staatsanwaltschaft áusgesagt hatte. Ofarim hatte diesen Schritt zuvor bereits angekündigt. In der vergangenen Woche hatte der Musiker erklärt, ein Mitarbeiter des Hotels hätte ihn aufgefordert, seinen sichtbar getragenen Davidstern an einer Kette zu verbergen, um einchecken zu können. Das Hotel hat den Mitarbeiter suspendiert und angekündigt, den Fall durch eine Rechtsanwaltskanzlei aufklären zu lassen. Laut Polizei Leipzig hatte der beschuldigte Mitarbeiter den Vorfall abweichend geschildert und den Sänger wegen Verleumdung angezeigt.

Keine weiteren Aussagen zum laufenden Fall

Zu den Details wollte sich sich Ofarim gegenwärtig nicht äußern, hieß es vom Management. Für den Moment habe der Musiker alles gesagt und getan, was er konnte. Nun müsse man den Abschluss der Ermittlungen abwarten. Am Montagabend erklärte Ofarim noch in der TV-Sendung "Zervakis & Opdenhövel. Live", dass er sich selbst zur Zielscheibe gemacht habe, indem er vergangene Woche den Vorfall publik gemacht hatte.

Ofarim: Antisemitismus immer salonfähiger geworden

Dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" sagte Ofarim zudem, dass Antisemitismus seiner Meinung nach in den vergangenen Jahren immer salonfähiger geworden sei. "Ich bin säkularer Jude, ich bin weder streng gläubig, noch fromm, noch orthodox, noch geh' ich einmal die Woche in die Synagoge, noch trage ich jeden Tag eine Kippa. Und trotzdem wurde ich verbal angegangen", sagte er. Wie müsse es erst Menschen gehen, die diese Religion leben und die beispielsweise Kippa tragen, fragte Ofarim.

Einen Tag nach Bekanntwerden der Vorwürfe fand vor dem Hotel in Leipzig eine Demo statt, bei der Menschen ihre Solidarität mit Ofarim äußerten. Auch Hotelmitarbeiter hatten sich mit einem großen Banner positioniert, wofür sie viel öffentliche Schelte erhielten. Zudem stand der vom Hotel beauftragte Sicherheitsdienst in der Kritik, der das Geschehen rings um die Demo absicherte. Die Firma hat eindeutige Verbindungen in die rechtsextreme Szene.

Quelle: MDR/sth/tb/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 12. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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