Landesparteitag Sachsens Grüne erstmals mit weiblicher Doppelspitze

Christin Furtenbacher und Marie Müser sind die neue Doppelspitze der sächsischen Grünen. Das entschieden die Delegierten des Landesparteitages am Sonnabend in Neukieritzsch. Mehr als 100 Delegierte hatten abgestimmt. Grünen-Chef Omid Nouripour konnte wegen seiner Corona-Erkrankung nicht in Neukieritzsch dabei sein.

Marie Müser (l) und Christin Furtenbacher, neugewählte Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen, stehen in einem Saal. Müser und Furtenbacher wurde bei der Landesversammlung ihrer Partei als Landessprecherinnen gewählt.
Marie Müser (li.) und Christin Furtenbacher, sind die neugewählten Landessprecherinnen von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen. Bildrechte: dpa

Sachsens Grüne werden erstmals von einer rein weiblichen Doppelspitze geführt. Auf einem Parteitag in Neukieritzsch bei Leipzig wählten die Delegierten die bisherige Amtsinhaberin Christin Furtenbacher sowie Marie Müser als Vorstandssprecherinnen.

Furtenbacher wurde mit 91,4 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit gewählt, Müser erhielt 72,5 Prozent der Stimmen. Weitere Kandidaten gab es nicht. Die Leipziger Studentin Müser folgt auf Norman Volger, der aus persönlichen Gründen nicht erneut kandidierte.

Delegierte von Sachsens Bündnis 90/Die Grünen sitzen in einem Saal. Beim Landesparteitag der Partei soll ein neuer Vorstand gewählt werden.
Etwa 100 Delegierte sind beim Landesparteitag in Neukieritzsch dabei. Bildrechte: dpa

Grüne im ländlichen Raum und in Kleinstädten stärken

Bündnisgrüne Strukturen müssten in den ländlichen Räumen und kleineren Städten weiter gestärkt werden, betonte Müser. Furtenbacher sagte, es gehe in einigen Regionen auch darum, sich dem Druck von Rechts entgegenzustellen. Die Grünen bieten Furtenbacher zufolge denjenigen Anschluss, die sich nicht damit abfinden wollten, dass AfD, Freie Sachsen und Dritter Weg Räume besetzten. Vorurteile gegen grüne Politik abbauen - auch da sei noch Luft nach oben, so die Landeschefin.

Von den landesweit 3.444 Mitgliedern kommen derzeit jeweils mehr als 1.000 aus Leipzig und Dresden.

Ziel für nächste Landtagswahl: "Zehn plus x"

Bei der Landtagswahl 2019 und der Bundestagswahl 2021 kamen die Grünen im Freistaat auf jeweils 8,6 Prozent der Zweitstimmen. Für die nächste Landtagswahl sollen die Ziele höher gesteckt werden. Ex-Parteichefin Christin Melcher, die in Neukieritzsch als Beisitzerin in den Landesvorstand gewählt wurde, sagte, ihr Ziel seien "Zehn plus X Prozent".

Furtenbacher zog zudem eine Halbzeitbilanz der Kenia-Koalition in Sachsen, in der die Grünen seit gut zwei Jahren mit CDU und SPD regieren. Es sei eine Koalition der Krisenbewältigung, sagte sie. Die Grünen seien fest entschlossen, dass Maximum herauszuholen. "Das Glas ist halb voll, wir wollen das es voll und die Dinge, die wir den Menschen in Sachsen in Aussicht gestellt haben auch umsetzen", sagte Furtenbacher mit Blick auf den Ausbau des ÖPNV und der Radwege sowie das Integrations- und Teilhabegesetz.

Grünen-Chef Nouripour wegen Corona-Erkrankung nicht dabei

Omid Nouripour
Grünen-Chef Omid Nouripour konnte wegen seiner Corona-Erkrankung nicht in Neukieritzsch dabei sein. Bildrechte: imago images/Political-Moments

Grünen-Chef Omid Nouripour hat wegen einer Corona-Erkrankung seinen Auftritt beim Parteitag der sächsischen Grünen abgesagt. Er sei zutiefst betrübt, nicht auf der Delegiertenversammlung sein zu können, sagte der 46-Jährige in einer Videobotschaft, die auf einer Leinwand gezeigt wurde. Seit seiner Infektion vor zwei Wochen bessere sich sein Zustand "nicht wirklich" und er solle auf ärztlichen Rat jeden Tag nutzen, um sich zu erholen.

Beim Landesparteitag der sächsischen Grünen in Neukieritzsch im Landkreis Leipzig sind nach Parteiangaben 105 Delegierte anwesend.

MDR (cnj/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 14. Mai 2022 | 12:00 Uhr

17 Kommentare

Reuter4774 vor 1 Wochen

DIESSELBEN Kommentatoren die hier gegen grün meckern, schimpfen aber erstaunlicherweise noch lauter gegen ihre gewählte Landesregierung ( CDU, SPD) und auch sonst alles und jedes? Also einfach bequem vorm Conputer ningeln statt aktiv zu werden? Geht davon überhaupt jemand wählen oder reicht der Weg üblicherweise nur bis zur Stammkneipe? ( vereinzelte Vernünftige ausgenommen)

Reuter4774 vor 1 Wochen

Horst 1
FINANZMINISTER ist Herr Lindner/ FDP und die Zahlungsversprechen macht üblicherweise Kanzler Scholz/ SPD oder EU Kommissionsvorsitzende v.d. Lesen. Damit sie kurz orientiert sind wer " ihr" Geld ausgibt.

Britta.Weber vor 1 Wochen

Zum Glück bekommen die Grünen in Sachsen außerhalb der linksgrünen studentischen und akademischen Blasen keine Stimmen. Ein Arbeiter wird kaum die Grünen wählen.

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