Aufarbeitung Hexenverfolgung in Leipzig: Gedenktafel erinnert an Prozesse

Gedenktafel Hexenverfolgung am Alten Rathaus in Leipzig
Christine Rietzke vom Arbeitskreis zur Aufarbeitung der Hexenverfolgung und der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, Dr. Anselm Hartinger, mit der Gedenktafel am Alten Rathaus. Bildrechte: Kulturamt Leipzig

Am Alten Rathaus erinnert seit Donnerstag eine Gedenktafel an eine düstere Zeit in der Geschichte Leipzigs: Das Kulturamt will auf die Jahre der Hexenverfolgung hinweisen. In Leipzig dauerte die Zeit der Hexenprozesse rund 250 Jahre. Nach aktuellem Wissensstand gab es 35 Prozesse zu Hexerei und Zauberei. Von den 250 Verurteilten fanden 72 den Tod.

Text der Gedenktafel Hexenverfolgung in Leipzig

Im Alten Rathaus hatten das Stadtgericht und der für ganz Kursachsen tätige Schöffenstuhl ihren Sitz. Beide Gerichte fällten auch Urteile zu Zauberei und Hexerei. Von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zum Jahr 1730 wurden mindestens 250 Frauen, Männer und Kinder verurteilt – davon 72 zum Tod. Das damit verbundene Leid mahnt heute zu Toleranz, Gerechtigkeit und Wahrung der Menschenwürde. Quelle: Stadt Leipzig

Arbeitskreis arbeitet Geschichte auf

Die Initiative zum Gedenkort geht nach Angaben der Stadt auf einen Antrag des Beirates für Gleichstellung zurück. Es gibt sogar einen Arbeitskreis, der sich mit der "Aufarbeitung der Hexenverfolgung in Leipzig/Sachsen" beschäftigt. Der Arbeitskreis hat unter anderem damit begonnen, historische Fakten aufzuarbeiten. Auch Spenden für die Gedenktafel seien gesammelt worden, mit denen die Finanzierung durch die Stadt Leipzig unterstützt wurde. Die Gestaltung der Tafel hat die Leipziger Künstlerin Constanze Zorn übernommen.

Hexenverfolgung Es gibt nach Ansicht von Historikern vielerlei Gründe für die Hexenverfolgung: Einerseits herrschte zur damaligen Zeit tatsächlich ein Glaube an gotteslästerliche Zauberei. Andererseits nutzte man den Vorwurf auch, um unliebsame Menschen "loszuwerden" oder sie zu disziplinieren. Beteiligt an der Verfolgung waren kirchliche und weltliche Kräfte. Es traf jüngere und ältere, reichere und ärmere Menschen. Rund 80 Prozent der Opfer waren Frauen. Aber auch Männern und Kindern wurde der Prozess gemacht.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.11.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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