Verzögerungen Weiterhin Baustopp in Leipzigs Luxushotel "Astoria"

Außenfassade vom Hotel Astoria
Es ist eines der ersten Gebäude, die Leipzig-Besucher zu sehen bekommen: das Astoria direkt neben dem Hauptbahnhof. Nach der Wiedervereinigung war das Hotel dem Verfall preisgegeben. Doch ein Investor möchte ein Tagungs- und Konferenzhotel aus dem geschichtsrächtigen Gebäude machen. Bildrechte: MDR/Udo Egelkraut

Die Sanierungsarbeiten des ehemaligen Luxushotels "Astoria" am Rand der Leipziger Innenstadt ruht weiter. Ein Sprecher des Investors Vivion teilte mit, die Stadt habe eine komplett neue Baugenehmigung erteilt. Diese werde aktuell von Experten ausgewertet und in die vorbereitenden Planungen überführt.

Die Sanierungsarbeiten an dem Gebäude hatten vor rund zwei Jahren begonnen. Inzwischen mussten sie bereits drei Mal unterbrochen werden. Grund waren Einwendungen eines benachbarten Hotelbetreibers gegen die Stadt Leipzig als Erteiler der Baugenehmigung gewesen. Das Nachbarhotel Best Western war unter anderem wegen des aus seiner Sicht unschlüssigen Schallschutzgutachtens vor Gericht gezogen.

Neuer Eröffnungstermin völlig unklar

Ursprünglich sollten in dem einstigen Luxushotel ab Ende 2020 wieder Gäste übernachten. Doch nun ist nicht einmal klar, wann die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden, so der Sprecher. Zunächst seien Sicherungsarbeiten an dem Gebäude vorgenommen worden. Auch einen neuen Termin für die Wiedereröffnung könne er noch nicht nennen. Vivion sei weiter bestrebt, das Hotel zügig fertigzustellen.

Fassade erhalten, Inneres modernisieren

Geplant ist, die historische Fassade des Gebäudes in unmittelbarer Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes mit Holzfenstern und Dachkonstruktion zu erhalten. Im Inneren des Gebäudes sind allerdings weitreichende Änderungen geplant: Als Tagungs- und Konferenzhotel soll es mit mindestens fünf Konferenzräumen, einem 800 Quadratmeter großen Bankettbereich und einem kleinen Spa-Bereich ausgestattet werden. Über die Höhe der Investition macht Investor Vivion keine Angaben.

Das "Astoria" war 1915 mit mehr als 300 Zimmern als damals modernster und luxuriösester Bau der deutschen Hotellerie eröffnet worden. Es entstand nach Plänen von Architekt William Lossow in einer Bauzeit von nur zwei Jahren. Zu DDR-Zeiten wohnten während der Frühjahrs- und Herbstmessen SED-Größen wie Walter Ulbricht und Alexander Schalck-Golodkowski in dem Hotel. Auch Louis Armstrong, Johannes Heesters und Herbert von Karajan waren im "Astoria" zu Gast.

Quelle: MDR/kp/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 15.03.2021 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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