Antisemitismus Leipzigs Oberbürgermeister betont Solidarität mit Israel

Nach den antisemitischen Entgleisungen auf einer Nahost-Demonstration in Leipzig am vergangenen Sonnabend hat Oberbürgermeister Burkhard Jung die Solidarität der Messesatdt mit Israel bekräftigt. Das Existenzrecht dürfe nicht in Frage gestellt werden. Die Politik in der Region müsse aber auch nicht kritiklos hingenommen werden.

Ein großes Banner wird von Menschen gehalten. Die Menschen stehen auf einem Platz.
Am vergangenen Sonnabend gab es in Leipzig zwei Kundgebungen. Auf dem Augustusplatz standen sich Unterstützer und Gegner Israels gegenüber. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat die teils antisemitischen Parolen bei einer propalästinensischen Demonstration am Wochenende in der Messestadt kritisiert. "Was als Demonstration für die Interessen der Palästinenser begann, zeigte sehr schnell eine hässliche Fratze", erklärte der SPD-Politiker. Es seien antisemitische Parolen skandiert, offener Hass gegen Juden artikuliert und das Existenzrecht Israels in Frage gestellt worden.

OBM Leipzig Burkhard Jung
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung Bildrechte: dpa

"Wir stehen an der Seite Israels, ohne die Politik in der Region kritiklos hinzunehmen", betonte Jung. In einem Schreiben an den Bürgermeister von Leipzigs Partnerstadt Herzliya im Norden Tel Avivs habe er die Solidarität der Messestadt betont. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner der israelischen Stadt seien von den momentanen Angriffen aus den Palästinensergebieten betroffen und "sollen wissen, dass wir in Leipzig an ihrer Seite stehen". Herzliya und Leipzig unterhalten seit rund zehn Jahren eine Städtepartnerschaft.

Erneut Kundgebung gegen Antisemitismus in Leipzig

Nach den Demonstrationen am Wochenende soll am Montag eine Kundgebung gegen Antisemitismus in Leipzig stattfinden. Dazu hat das Bündnis "Leipzig nimmt Platz" aufgerufen. Anlass seien nicht allein die Raketenangriffe auf Israel durch die Hamas. Auch die Corona-Proteste der Querdenken-Bewegung trügen antisemitische Züge.

"Ungeimpft" steht auf einem nachgebildeten Judenstern am Arm eines Mannes, der versucht hatte, sich unter die Teilnehmer einer Demonstration zu mischen, die sich auch gegen Verschwörungstheorien zum Corona-Virus wendet.
Auf den Querdenken-Demonstrationen tauchen immer wieder Davidsterne mit der Aufschrift "Ungeimpft" auf. Bildrechte: dpa

Vorwurf: Relativierung der Shoa

"Aus unserer Sicht vergiften Akteure der sogenannten 'Corona-Proteste' zusätzlich die gesellschaftliche Stimmungslage durch antisemitische Verschwörungserzählungen und den Missbrauch von Symbolen", heißt es im Aufruf. Auf den Querdenken-Demonstrationen waren immer wieder gelbe Davidsterne mit der Aufschrift "Ungeimpft" zu sehen. Diese Menschen setzten sich damit den verfolgten Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus gleich und relativierten damit die Shoah. Diese Verhöhnung der Opfer durch "geschichtsverfälschende Indienstnahme" sei besonders in Deutschland zynisch, heißt es vom Bündnis.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 15. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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