Durchschnittsalter Sachsen werden immer älter - nur Leipzig verjüngt sich

Sachsen und die Bundesbürger werden immer älter. Sie nähern sich beim Durschnittsalter dem 50. Lebensjahr an. Doch es gibt bundesweit fünf Ausnahmen. Eine davon ist Leipzig, wo das Durchschnittsalter seit dem Jahr 2000 gesunken ist.

Das Messemännchen strahlt zwei junge Damen an
Leipzigs Messemaskottchen ist zwar schon 58 Jahre alt, kann sich aber freuen: Seine Stadtbevölkerung ist in den vergangenen Jahren immer jünger geworden. Das haben neben Leipzig nur vier Großstädte in Hessen und Bayern geschafft. Bildrechte: dpa

Das Durchschnittsalter der Bundesbürger ist in den vergangenen Jahren um knapp 3,5 Jahre gestiegen. Es liegt derzeit bei 44,6 Jahren, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) mit. Damit gehöre Deutschland weltweit zu den Ländern mit den ältesten Bevölkerungen. Nur in fünf Großstädten gab es einen Rückgang, dazu zählt als einzige Stadt in Ostdeutschland Leipzig. Der Leipziger ist demnach durchschnittlich 42,3 Jahre alt. Im Jahr 2000 lag das Durchschnittsalter in der Messestadt noch bei 43,2 Jahren.

Schulen, Unis und Jobs locken junge Leute

Ebenso wie Leipzig verjüngten sich die Kommunen Frankfurt am Main, Darmstadt, Regensburg und München. Alle fünf Kommunen gelten als vitale Regionen. Aus diesen Gründen alterten die Regionen kaum:

Vitale Regionen üben aufgrund von Bildungseinrichtungen oder ihres Arbeitsplatzangebots eine starke Anziehung auf junge Menschen oder auf Familien mit Kindern aus.

Dr. Christian Fiedler Geograf und wiss. Mitarbeiter des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung

Alterungsunterschiede zwischen Stadt und Land

Die Alterung vollziehe sich regional allerdings in unterschiedlichem Tempo, vor allem zwischen Stadt und Land. "In Regionen mit einem starken Wegzug junger Menschen vollzieht sich diese Entwicklung beschleunigt, da sie mit den Abwandernden auch die künftige Elterngeneration verlieren", erklärte Fiedler.

In Sachsen ist das Durchschnittsalter im Vogtland mit 49,8 Jahren am höchsten. Das sind 7,5 Jahre mehr als in Leipzig, wo das Durchschnittsalter 42,3 Jahre beträgt (Vgl. Tabelle). Durchschnittlich am ältesten bundesweit sind jedoch die Menschen in Suhl/Thüringen. Dort ist das Durchschnittsalter seit dem Jahr 2000 um fast neun Jahre auf nunmehr 51 Jahre gestiegen.

Entwicklung des Durchschnittsalters in Sachsen - Zahlen von 2020 im Vergleich zum 2000
Landkreis/kreisfreie Stadt Durchschnittsalter 2020 (Veränderung zu 2000)  
Chemnitz 46,9 Jahre (+2,3 Jahre)  
Erzgebirgskreis 49,2 Jahre (+ 6,1 Jahre)  
Mittelsachsen 48,6 (+ 5,5 Jahre)  
Vogtlandkreis 49,8 (+ 5,6 Jahre)  
Zwickau 49,1 (+ 5,2 Jahre)  
Dresden 43,2 (+ 0,8 Jahre)  
Bautzen 48,5 (+ 6,6 Jahre)  
Görlitz 49,6 (+ 6,7 Jahre)  
Meißen 48,4 (+ 5,8 Jahre)  
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 47,9 (+ 5,2 Jahre)  
Stadt Leipzig 42,3 ( - 0,9 Jahre)  
Landkreis Leipzig 48,0 (+ 5,8 Jahre)  
Nordsachsen 47,8 (+ 6,3 Jahre)  

Quelle: MDR (kk)/AFP

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