Stadtgeschichtliches Museum Ausstellung "Kennzeichen L": Ein Dialog über die Identität von Leipzig

Was macht Leipzig aus? Woher kommt der besondere Charme und wohin führt der Weg einer der am schnellsten wachsenden Städte in Deutschland? Diesen Fragen stellt sich die neue Ausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums.

Ansichten der Ausstellung "Kennzeichen L" im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig 2021.
Fazinierend und anstrengend: Die Ausstellung "Kennzeichen L" will einen Blick auf die Identität von Leipzig werfen. Bildrechte: Friederike Schicht

Am 16. Juni eröffnet im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig die Ausstellung "Kennzeichen L. Eine Stadt stellt sich aus". Im Mittelpunkt der Sonderschau sollen die vielfältigen "Identitäten", Facetten und Aspekte der Messestadt stehen, heißt es in der Ankündigung. Die Ausstellung sei der Versuch, auf die ganze Stadt zu schauen und zu fragen, warum sie so faszinierend, manchmal aber auch anstrengend ist, sagte Kurator und Museumschef Anselm Hartinger am Montag.

500 Jahre Stadtgeschichte in einer Ausstellung

"Kennzeichen L" ist Hartinger zufolge auch ein buntes Sammelsurium aus 500 Jahren Stadtgeschichte. Ein großformatiges Foto einer DDR-Straßenszene steht drei historischen Klappstühlen aus dem 1895 abgerissenen Alten Gewandhaus gegenüber. Plakate erinnern ebenso an ein Oberliga-Punktspiel zwischen Dynamo Berlin und Lok Leipzig wie an das Wave-Gotik-Treffen, das seit fast 30 Jahren zu Pfingsten die Stadt prägt. "Wir haben über 600.000 Objekte, wir konnten uns manchmal kaum entscheiden", so Hartinger weiter.

Ansichten der Ausstellung "Kennzeichen L" im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig 2021.
Anhand eines buten Sammlesuriums wird in der Ausstellung 500 Jahre Stadtgeschichte präsentiert. Bildrechte: Friederike Schicht

Zwischen Zukunftschancen und Verteilungskonflikten

Über die klassischen Leipzig-Motive hinaus soll die Ausstellung noch mehr als die Stadtgeschichte zeigen. In drei kleinen Inseln im Zentrum der Ausstellung geht es deshalb um aktuelle Streitpunkte wie bezahlbares Wohnen oder die Frage, wer eigentlich die Deutungshoheit in der Stadt hat. Denn nach Jahren des Wachstums scheint Leipzig an einem kritischen Punkt der Entwicklung angelangt zu sein. "Zukunftschancen und Verteilungskonflikte stehen ebenso im Raum wie die Frage, worauf Leipzig zwischen alter und neuer Wirtschaftsbasis, kultureller Tradition, hipper Kreativwelt und lebenswerter Familienstadt künftig setzen will", heißt es im Ankündigungstext.

Mitmachen erwünscht

Besucherinnen und Besucher sind auf den Inseln zum Mitmachen aufgefordert. Denn "Kennzeichen L" sei auch eine Einladung zum Dialog über die Identität der Stadt. "Jeder wird mal ein Tränchen verdrücken, jeder wird sich mal ärgern oder nicht einverstanden sein. Aber vielleicht ist es ja das Vielstimmige, das die Stadt ausmacht", meint Hartinger. "Kennzeichen L" ist vom 16. Juni bis 26. September zu sehen.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Im Regionalreport aus de Studio Leipzig | 14. Juni 2021 | 16:30 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen