Aktionen geplant Klimacamp Leipziger Land solidarisiert sich mit Flughafen-Protestlern

Im Süden von Leipzig läuft das vierte Klimacamp. Die Klimaaktivisten haben ihre Zelte am Störmthaler See aufgeschlagen. Schwerpunktthema ist in diesem Jahr die Mobilitätswende. Am kommenden Sonnabend sind Proteste am Flughafen Leipzig/Halle geplant.

Auf einer Wiese stehen Zelte.
Zum vierten Mal hat das Klimacamp Leipziger Land seine Zelte im Süden der Messestadt aufgebaut. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Am Störmthaler See treffen sich derzeit Menschen aus ganz Deutschland, um sich über Klimapolitik auszutauschen. Die Initiative "Klimacamp Leipziger Land" trifft sich zum vierten Mal in der Region. Erwartet werden bis zum 5. September rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Mittelpunkt steht dieses Mal die Verkehrswende, sagte eine Sprecherin.

Unser Fokus liegt in diesem Jahr auf dringend notwendigen Veränderungen, die wir im Bereich Mobilität brauchen, um dem Klimawandel, der schon vor unserer Haustür steht, zu begegnen. Andererseits wollen wir auch kritisch darüber sprechen, wer in welcher Form von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Das nennen wir Klimagerechtigkeit.

Sprecherin Klimacamp Leipziger Land

Viertes Klimacamp Leipziger Land gestartet

Bis zu 500 Menschen diskutieren beim Klimacamp Leipziger Land zehn Tage lang über gesellschaftliche Veränderungen.

Auf einer Wiese stehen Zelte.
Das vierte Klimacamp Leipziger Land ist gestartet. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Auf einer Wiese stehen Zelte.
Das vierte Klimacamp Leipziger Land ist gestartet. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
"Herzlich Willkommen" steht auf einem Transparent.
Am Donnerstag bauten die Aktivisten ihr Zelte am Störmthaler See im Süden von Leipzig auf. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Zwei Menschen halten ein Transparent.
Mit Workshops, Diskussionen und Aktionen wollen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf den Klimanotstand aufmerksam machen. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Auf einer Wiese stehen Zelte.
Bis zu 500 Menschen aus ganz Deutschland reisen zum Camp an. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Menschen sitzen in einem Zelt.
In Diskussionsrunden zu Themen wie Asyl und Abschiedbung, Klimapolitik und Schule oder Rassismus und Kapitalismus tauschen sich die Teilnehmenden aus. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Auf einer Wiese stehen Solarpanels.
Der Strom für das Camp kommt aus erneuerbaren Energien. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Auf einer Wiese stehen Zelte.
Die sanitären Anlagen sind selbstgebaut. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Auf einer Wiese stehen Zelte.
Finanziert wird das Klimacamp durch Spendengelder. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Menschen stehen in einem Zelt.
Das Camp steht allen offen. Auch spontane Besucher sind willkommen. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
An Zeltstangen hängen Zettel.
Die Workshops und Diskussionsrunden finden tagsüber statt. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Auf einer Wiese steht ein Zelt.
Abends gibt es ein Kulturprogramm mit Livemusik. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
In einem Zelt liegt ein Teppich auf dem zwei Menschen sitzen.
Bis zum Sonntag ist das Camp geöffnet. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
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Protestaktionen am Flughafen Leipzig/Halle

Am Sonnabend ist ein Protestzug zum Flughafen Leipzig/Halle geplant. Dabei wollen die Aktivisten gegen den geplanten Ausbau des Luftfrachtdrehkreuzes demonstrieren. "Wir verstehen uns als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung, die das kapitalistische Ausbeutungsmodell, das der Flughafen Leipzig/Halle repräsentiert, nicht mehr länger hinnimmt", sagte eine Sprecherin des Klimacamps. Deshalb solidarisiere man sich mit lokalen Gruppen, die gegen den Ausbau des Flughafens protestieren.

Dort gebe es schon jetzt zu viele Nachtflüge. Anwohnerinnen und Anwohner würden durch den Lärm belästigt. Auch ökologische Gründe sprächen gegen den Ausbau, sagte die Sprecherin. "Der zweitgrößte deutsche Frachtflughafen schadet dem Klima schon jetzt massiv mit zwei Millionen Tonnen CO²-Ausstoß jährlich. Es müsste aus unserer Sicht eher einen Rückbau statt Ausbau geben."

Ausbau auf dem Prüfstand

Die sächsische Landesdirektion führt derzeit ein Änderungsverfahren zur Erweiterung des Flughafens Leipzig/Halle durch, sagte Behörden-Sprecher Holm Felber. "Unsere Aufgabe ist es, die rechtliche Zulässigkeit der geplanten Veränderungen am Flughafen zu prüfen und anhand des geltenden Rechts darüber zu entscheiden." Zudem sollen sich die Gebühren, die Fluggesellschaften für eine Landung auf dem Flughafen zahlen, künftig stärker nach klimapolitischen Gesichtspunkten richten, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

"Zentraler Abschiebepunkt"

Die Initiatoren des Klimacamps machten außerdem darauf aufmerksam, dass der Flughafen einer der zentralen Abschiebepunkte aus Deutschland ist. 2019 seien 1.100 Asylbewerber von Leipzig/Halle aus abgeschoben worden. Ende Juni demonstrierten Aktivisten am Flughafen Leipzig/Halle daher gegen die Abschiebepolitik der Bundesregierung.

Solidarität mit Blockierern

Als Protest gegen den Ausbau hatten Mitte Juli 54 Aktivisten der Initiative "CancelLEJ" die Zufahrt zum Logistikzentrum von DHL am Flughafen Leipzig/Halle blockiert. Sie verlangten einen Ausbaustopp für den Frachtflughafen, ein Nachtflugverbot und eine Verkehrswende. DHL hatte wegen der Blockade Anzeige erstattet. 52 Aktivisten verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam und kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte scharf. Die Polizei hatte sich gegen diese Vorwürfe gewehrt.

Menschen vor einem Lkw breiten ein Plakat aus
Blockade des Flughafens Leipzig/Halle am 10. Juli 2021. Bildrechte: MDR/Thomas Tasler

Weitere Aktionen geplant

Teilnehmer des Klimacamps kündigten am Montag weitere Aktionen an. Man sei bereit, den Zielen auch mit Aktionen im "rechtlichen Graubereich" Nachdruck verleihen zu wollen. Nur so lasse sich ausreichend Aufmerksamkeit für Themen generieren, sagte ein Sprecher der "IG Nachtflugverbot", die Anwohnerinnen und Anwohner am Flughafen Leipzig/Halle vertritt.

Die Flughafenblockade hat viel Aufmerksamkeit bekommen. Deshalb stehen wir als Gruppe voll hinter der Aktion.

Sprecher der "IG Nachtflugverbot"

Der Verein selbst habe jahrelang legale Aktionen und Verfahren organisiert, um ein Nachtflugverbot am Flughafen Halle/Leipzig zu erreichen, sei aber kaum beachtet worden.

Aktionstag Flughafen

Neben dem Protestmarsch zum Flughafen Leipzig/Halle planen die Teilnehmer des Klimacamps am Sonnabend weitere Aktionen. "Es soll verschiedene Kundgebungen in der Innenstadt geben. Dort wollen wir verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen, gegen den Flughafenausbau, aber auch gegen Abschiebung und für ein faires Bleiberecht."

Quelle: MDR/dpa/lt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus dem Studio Leipzig | 31. August 2021 | 07:30 Uhr

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https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/delitzsch-eilenburg-torgau/video-566624.html

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