Landgericht Mordprozess in Leipzig: Bekannte getötet, weil sie keine Beziehung wollte

Ein anfangs harmlos anmutender Kontakt über eine in Dresden ansässige Flirt-Plattform und Dating-App führte eine Frau aus Leipzig zu ihrem mutmaßlichen Mörder. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 40-Jährigen Mann Mord vor. Er soll seine Internet-Bekanntschaft getötet haben, weil sie keine feste Beziehung mit ihm wollte.

Landgericht Leipzig
Am Langericht Leipzig beginnt am Freitag ein Mordprozess. Ein Mann soll seine Bekannte zu Tode gewürgt haben. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Gut fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 43-jährigen Frau in Leipzig-Lindenau muss sich ein Mann an diesem Freitag vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-Jährigen Mord vor.

Erster Kontakt über Dresdner Dating- und Flirt-Plattform

Demnach soll der Angeklagte seine Bekannte heimtückisch und aus niederen Beweggründen getötet haben, weil die Frau keine engere Beziehung mit ihm eingehen wollte. Kennengelernt hatten sich die beiden über die in Dresden ansässige Dating-Plattform Lovoo, wie das Landgericht Leipzig MDR SACHSEN bestätigte.

Der Angeklagte soll Internet-Bekannte gestalkt haben

Nach den ersten Kontakten im April 2021 soll der Angeklagte begonnen haben, das Opfer "zu stalken und zu kontrollieren", sagte die Sprecherin des Landgerichtes Leipzig, Katrin Seidel, MDR SACHSEN. Der Grund lag darin, dass "die Vorstellungen über eine Partnerschaft auseinander gingen." Der Angeklagte soll die Getötete auch mit einer anderen Bekanntschaft beobachtet haben. Er habe sie daraufhin bestrafen wollen, so dass "kein anderer sie bekommen sollte", erklärte die Landgerichts-Sprecherin.

Frau zu Boden geschlagen und erwürgt

Die beiden hatten sich einen Tag nach Weihnachten 2021 in der Wohnung der Frau für eine Aussprache getroffen. Dabei soll der Mann unvermittelt sein Opfer zu Boden geschlagen, sich auf dessen Brustkorb gekniet und erwürgt haben, so die Staatsanwaltschaft. Das Opfer habe nicht mit einem Angriff rechnen können. Laut Staatsanwaltschaft wollte der 40-Jährige die Frau dafür bestrafen, dass sie ihn abgelehnt habe.

Angeklagter schweigt zum Prozessauftakt

Zum Prozessauftakt am Freitag schwieg der Angeklagte. Nach jetzigem Stand will er sich beim Verhandlungstermin am 1. Juli erklären. Dann soll auch ein psychiatrischer Gutachter anwesend sein. Das Landgericht hat Termine bis Mitte Juli angesetzt.

MDR (ma,wm)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten | 03. Juni 2022 | 06:30 Uhr

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