Ausbildung Erste Hilfe-Kurse in Sachsen sehr begehrt

Stabile Seitenlage, Herzdruckmassage, der richtige Umgang mit Unfallopfern. Erste Hilfe-Kurse sind wichtig und notwendig, nicht nur für Führerscheinanwärter oder betriebliche Ersthelfer. Doch auch hier wirkt sich die Corona-Pandemie aus. Wegen der Lockdowns fanden in Sachsen lange keine Lehrgänge statt. Jetzt gibt es wieder welche und die Nachfrage ist groß.

Betriebliche Ersthelfer üben mit der Reanimationpuppe "Little Anne" bei einem Erste-Hilfe-Lehrgang in einem Schulungszentrum des Deutschen Roten Kreuz (DRK).
Corona verhindert das Üben direkt am Menschen. Ausbildungspuppen werden verwendet, um die lebensrettenden Griffe zu lernen. Das Tragen von Handschuhen ist dabei Pflicht. Bildrechte: dpa

Lehrgänge in Erster Hilfe sind in Sachsen begehrt. Das hat eine Umfrage der deutschen Presseagentur unter sächsischen Hilfsorganisationen ergeben. Demnach sind die meisten Kurse derzeit ausgebucht. Es habe sich ein Stau gebildet, sagte der Ausbildungsleiter der Johanniter-Unfallhilfe in Leipzig, Stefan Kupietz. Vor allem Führerscheinanwärter und "betriebliche Ersthelfer" würden aktuell berücksichtigt. Wer privat seine Kenntnisse in Erster Hilfe auffrischen wolle, müsse sich aber noch gedulden, erklärte Kubietz.

Die "betrieblichen Ersthelfer" müssen sich in der Regel im Turnus von zwei Jahren in Lehrgängen fortbilden. Weil das in den vergangenen Monaten wegen der Pandemie nicht immer möglich war, wurde diese Frist von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung auf drei Jahre verlängert. Zudem wird eine Ausbildung in Erster Hilfe unter anderem bei der Pflegeausbildung, dem Medizinstudium und dem Lehrerstudium gefordert.

Weniger Teilnehmer durch Hygieneverordnung

Bei ihren Erste-Hilfe-Lehrgängen müssen die Ausbilder die aktuellen Bestimmungen der Corona-Arbeitsschutzverordnung und Hygienekonzepte einhalten. So muss unter anderem der Schulungsraum so bemessen sein, dass eine Fläche von zehn Quadratmetern auf jeden Kursteilnehmer entfällt. Oftmals haben sie auch einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest vorzuweisen.

Statt Übungen an Menschen werden dafür geeignete Ausbildungspuppen verwendet und Handschuhe getragen. Vor allem wenn der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, muss ein medizinischer Mund-Nase-Schutz getragen werden.

In Räumen, wo wir sonst 20 Teilnehmer unterrichtet haben, sitzen jetzt noch zwölf.

Stefan Kubietz Johanniter-Unfallhilfe Leipzig

Vor allem auch deswegen ist die Zahl der Teilnehmenden bei Erste-Hilfe-Kursen der Johanniter in Sachsen im vergangenen Jahr verglichen mit 2019 von fast 30.000 auf etwa 15.000 bis 16.000 zurückgegangen.

Digitale Kurse werden nicht voll anerkannt

Auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Dresden seien Erste-Hilfe-Kurse für den Führerschein-Erwerb und Kurse für betriebliche Ersthelfer schon nach wenigen Tagen ausgebucht gewesen, sagte DRK-Sprecher Kai Kranich. Ebenso im Kreisverband Muldental. Einzelne Kreisverbände wie etwa der in Leipzig organisieren digitale Angebote wie "Fit in Erster Hilfe". Weil diese Kurse jedoch der praktische Ausbildungsteil fehlt, werden sie von den Berufsgenossenschaften und Versicherungsträgern nicht als vollwertig anerkannt. Die Nachfrage sei deshalb verhalten, sagte Kranich.

Keine Erste-Hilfe-Kurs-Angebote von Maltesern

Die Malteser in Sachsen dagegen führen wegen der stark steigenden Infektionszahlen derzeit keine Erste-Hilfe-Kurse durch.

Die Sicherheit der Teilnehmer hat oberste Priorität.

Wiebke Waltemathe Malteser Sachsen

Die ohnehin strengen Vorgaben der Corona- Arbeitsschutzverordnung habe man mit einem eigenen Sicherheitskonzept noch weiter verschärft. So müssten die Kursteilnehmenden FFP2-Masken tragen. Die Räume würden regelmäßig gelüftet und zudem Kohlendioxid-Messgeräte eingesetzt, um die Luftqualität zu prüfen. Nach Darstellung von Waltemathe verfügen die Malteser auch über technische Möglichkeiten für digitale Formen der Ausbildung. So gebe es etwa Lehrfilme und Präsentationen für Internet-Kurse, die wegen der fehlenden Anerkennung aber derzeit nicht eingesetzt würden.

Quelle: MDR/bb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 24. April 2021 | 16:00 Uhr

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