Ablehnung aus Berlin Kein erweitertes 365-Euro-Ticket im Leipziger Nahverkehr

Mehr Rufbusse, mehr preiswerte Tickets, bessere Anschlüsse und im Gegenzug weniger Autos, weniger Stau, weniger Abgase - das hatten die Leipziger Verkehrsbetriebe geplant. Im Januar sollte es losgehen. Doch der Bund lehnte den LVB-Antrag als ÖPNV-Modellregion ab und fördert andere Projekte. Halle hatte mehr Glück.

Straßenbahn
Junge Leute und Familien bekommen vorerst keinen Preisnachlass für eine LVB-Jahreskarte. Bildrechte: imago images/Manfred Segerer

Im Leipziger Nahverkehr wird es vorerst kein 365-Euro-Ticket für junge Leute und Familien geben. Wie die städtischen Verkehrsbetriebe (LVB) am Donnerstag mitteilten, lehnte das Bundesverkehrsministerium den Antrag ab, Leipzig und das Umland als Modellregion für den öffentlichen Personennahverkehr zu fördern. Ohne eine finanzielle Beteiligung des Bundes könne aber das 365-Euro-Sozialticket nicht auf weitere Gruppen ausgeweitet werden.

Pech für Leipzig, Glück für Halle

Aus ganz Deutschland waren 160 Anträge auf eine Förderung als "Modellprojekt zur Stärkung des ÖPNV" eingegangen. Für das Programm stellt der Bund bis 2024 bis zu 250 Millionen Euro bereit. Den Zuschlag bekamen am Ende zwölf Vorhaben in acht Bundesländern, darunter das Projekt "STADTLand+" der Halleschen Verkehrs-AG in Sachsen-Anhalt. Dort sind die Leipziger Verkehrsbetriebe und der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) als Kooperationspartner einbezogen.

Attraktivitätsoffensive war geplant

Die LVB hatten jedoch auch einen eigenen Antrag eingereicht, gemeinsam mit dem MDV, dem Kreis Nordsachsen und weiteren regionalen Partnern. Ziel war es, mit der Ausweitung des 365-Euro-Tickets den öffentlichen Personennahverkehr in der Region für mehr Menschen attraktiver zu machen und sie zum Umstieg vom Auto in Bus und Bahn zu bewegen. Der Leipziger Stadtrat hat bereits zugestimmt, dass ab dem 1. Januar 2022 auch junge Menschen bis 27 Jahre und Haushalte mit mehreren Zeitkarten-Abonnements das Angebot nutzen können.

Leipzig bietet bereits viel

Die LVB verwiesen aber auch darauf, dass die jetzt ausgewählten Modellregionen mit den Fördermitteln Angebote umsetzen, die es in Leipzig bereits gibt. Als Beispiele wurden die Mobilitäts-App "LeipzigMOVE" und das Rufbussystem "Flexa" genannt. Auch dessen Ausweitung ist nun gefährdet. LVB-Sprecher Ulf Middelberg mahnt deshalb: "Die Innovation aus dem Leipziger Antrag, wie generell die Verkehrswende, wird nur gelingen, wenn neben Kommune und Land auch der Bund zur Finanzierung beiträgt."

Quelle: MDR/stt

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