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Regelmäßig im Februart und Herbst werden Teile des Auwaldes überflutet. Bildrechte: Stadt Leipzig

LangzeitprojektAuwaldüberflutung in Leipzig erfolgreich

von MDR SACHSEN

Stand: 31. März 2022, 13:49 Uhr

Im Rahmen des Langzeitprojekts "Paußnitzflutung" wird seit drei Jahrzehnten regelmäßig der Obere Paußnitzsiel - ein Durchlass - zum Elsterflutbett und einem Verbindungsgraben geschlossen. In der Folge fließt das Wasser nicht mehr in die Weiße Elster, sondern verteilt sich über ehemalige Altarme auf einer knapp fünf Hektar großen Fläche im Auwald. Jetzt hat die Stadt Leipzig eine Bilanz der künstlich ausgelösten Überflutung gezogen, die wieder herstellen soll, was eigentlich mal natürlich war.

Kammmolch, Kurzohrmaus und Kleinspecht fühlen sich wieder wohler im Leipziger Auwald. Das ist die Bilanz der Stadt Leipzig. Seit drei Jahrzehnten werden Teile des Auwalds regelmäßig im Februar und März überflutet.

Langzeitprojekt soll Arten retten

Bei der "Paußnitzflutung" wird jedes Jahr ein etwa fünf Hektar großes Areal im südlichen Auwald überschwemmt. Auch in diesem März durfte sich das Wasser dort wieder ausbreiten.

Früher waren Überflutungen im Auwald normal. Doch für den Hochwasserschutz der Stadt wurden Flüsse begradigt und Entwässerungskanäle wie die Neue Luppe angelegt. Damit ist dem Auwald seine typische Dynamik mit wiederkehrenden Überschwemmungen abhandengekommen, wodurch sich auwaldfremde Arten breiteten konnten.

Der Kammmolch zählt zu den typischen Auwaldtieren, die es nass mögen. Bildrechte: Annegret Grimm-Seyfahrt

Spitz-Ahorn wird zurückgedrängt

In dem Gebiet, das seit rund 30 Jahren überflutet wird, sei unter anderem der Spitz-Ahorn auf dem Rückzug, sagte Axel Schmoll vom Amt für Umweltschutz. Dieser Baum gehöre nicht in den Auwald. Dafür breiteten sich andere auwaldtypische Gehölze wieder mehr aus, wie beispielsweise Pappeln. Und auch bestimmte Schnecken- und Käferarten, die es nass mögen, seien vermehrt anzutreffen.

Dass sich zum Beispiel der Spitz-Ahorn überhaupt im Auwald ausgebreitet habe, sei letztlich nur ein Anzeichen dafür, dass es keine Aue mehr gebe, sagt Schmoll. Der Baum sei nicht überflutungstolerant und fühle sich in einem trockenen Areal am wohlsten.

Weitere Flächen werden überflutet

In Zukunft soll ein noch größeres Gebiet im Auwald wieder vernässt werden. Mit dem Projekt "Dynamische Aue" vergrößere sich die Fläche auf rund 20 Hektar, so Schmoll. Die Genehmigungen lägen inzwischen alle vor. Die Stadt hofft nun, dass die Landestalsperrenverwaltung im kommenden Winter an die Umsetzung geht.

Der Leipziger Auwald umfasst insgesamt rund 5.700 Hektar.

Weiterführende Links

MDR (gg)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 31. März 2022 | 13:30 Uhr