Premiere Zoo Leipzig gelingt erste Komodowaran-Nachzucht in Deutschland

Sie sind bekannt für ihr Gift im Speichel: Komodowarane leben in freier Wildbahn nur auf wenigen Inseln Indonesiens. Auch im Gondwanaland des Leipziger Zoos sind einige der Großechsen heimisch. Nun ist erstmals ein Jungtier geschlüpft - es ist die erste Nachzucht dieser faszinierenden Tiere in Deutschland.

Kleiner Komodowaran liegt auf einem Ast
Abhängen, fressen und wachsen - der kleine Komodowaran im Leipziger Zoo macht auf die Pfleger einen gesunden und munteren Eindruck. Bildrechte: Zoo Leipzig

Premiere im Gondwanaland im Leipziger Zoo: Am 18. Juli ist ein Komodowaran-Jungtier geschlüpft, wie der Zoo erst jetzt verraten hat. Es handele sich dabei um die erste erfolgreiche Nachzucht dieser Reptilien in Deutschland, hieß es. "Das mittlerweile 17-jährige Komodowaran-Männchen Kampung war die erste Tierart, die vor zehn Jahren in Gondwanaland einzog", erinnert Seniorkurator Ariel Jacken. Zum Aufbau eines Zuchtprogramms waren spätere weitere Großechsen nach Leipzig geholt worden. Das Männchen "Thor" kam 2016 dazu und hat nun gemeinsam mit Weibchen "Pantai" für den Nachwuchs gesorgt.

Jungtier wird hinter den Kulissen aufgezogen

Das nun nach sieben Monaten geschlüpfte Jungtier mache einen gesunden und aufmerksamen Eindruck und nehme bereits erste kleine Futtertiere zu sich, so der Zoo. Aufgezogen werden soll das Tier aber hinter den Kulissen, für Besucher nicht zu beobachten. Ausgewachsen kann die größte lebende Echse der Welt laut Leipziger Zoo eine Länge von bis zu drei Metern und ein Gewicht bis zu 80 Kilogramm erreichen. Die Jungtiere verbringen demnach ihre ersten Lebensjahre fast ausschließlich in Bäumen und ernähren sich dort von Insekten und kleinen Wirbeltieren.

Komodowaran Kampung als erster Gondwana-Bewohner
Seit zehn Jahren gibt es das Gondwanaland im Leipziger Zoo, von Anfang an werden dort Komodowarane gehalten und nun auch gezüchtet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Ab einer Körperlänge von ein bis eineinhalb Metern leben sie zunehmend am Boden, da sich das Klettern dann immer schwieriger gestaltet und die Gefahr, Fressfeinden und größeren Artgenossen zum Opfer zu fallen, sinkt", weiß Zoo-Direktor Jörg Junhold.

Nur auf wenigen indonesischen Inseln verbreitet

In freier Wildbahn leben diese Warane nur auf der indonesischen Insel Flores und kleinen Nachbarinseln, so der namensgebenden Komodoinsel. Bekannt sind die Warane für ihr Gift, dass sie beim Biss auf Beutetiere übertragen. Diese können mitunter Tage später daran zu Grunde gehen, erst dann machen sich die Warane über die Beute her. In ihrer Heimat sind sie eine Touristenattraktion. Einheimische Bauern aber füchten die Echsen, weil sie auch Nutztiere erbeuten.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 05. August 2021 | 11:30 Uhr

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