Leipziger Buchmesse "Leipzig liest": Weniger Orte, aber dafür mit Gästen

Vergangenes Jahr ging es coronabedingt nur digital, dieses Jahr soll es wieder echte Begegnungen geben: Das Lese-Festival "Leipzig liest" soll im Rahmen der Buchmesse mit Gästen vor Ort stattfinden. Doch in diesem Jahr wurden weniger Veranstaltungsorte für das Festival angemeldet. Ein Grund sich Sorgen zu machen? MDR SACHSEN hat nachgefragt.

Nur ungefähr die Hälfte der üblichen Veranstaltungsorte nehmen im diesem Jahr an "Leipzig liest", dem Lese-Festival der Leipziger Buchmesse, teil. 160 statt der 320 üblichen Lese-Orte soll es diesmal geben, erklärt Buchmesse-Sprecherin Julia Rückert.

Unsicherheiten bei der Planung

Dass der Rahmen kleiner ist, liege an der Pandemie: "Wir haben sonst sehr viele Leseorte dabei, die keine klassischen Veranstaltungsorte sind", sagt Rückert. Darunter seien Ladengeschäfte und auch eine Anwaltskanzlei. Diese seien in diesem Jahr wegen der Pandemie bestimmten Bedingungen unterworfen und müssten sich "ganz neue Regeln" einfallen lassen.

Diese Unsicherheiten seien der Hauptgrund gewesen, warum in diesem Jahr ganz viele Orte "abhanden gekommen sind", so Rückert. Die Veranstalter seien "total traurig darüber".

Keine Sorgen bei Buchmesse, Veranstalter freuen sich

Rückert macht sich allerdings keine Sorgen, dass "Leipzig liest" verschwindet. Das Gegenteil sei der Fall. Es überwiege die Freude, dass das Festival mit Gästen und vor Ort stattfinden kann.

Der Meinung ist auch Elke Meißner von der Thalia-Buchhandlung in der Südvorstadt. Lieber besetze sie nur 25 Plätze statt der möglichen 50, als gar kein Lese-Festival in ihrer Filiale stattfinden zu lassen. Eine Zusage für eine Lesung habe sie schon.

Was ist "Leipzig liest"? Das Lese-Festival "Leipzig liest" ist fester Bestandteil der Leipziger Buchmesse. Seit 1992 lesen Autorinnen und Autoren an den Tagen der Messe im März an zahlreichen Orten in der ganzen Stadt und auf dem Messegelände. Das Programm des kommenden Lesefestes wird Mitte Februar 2022 veröffentlicht.

"Leipzig liest" gilt laut Buchmesse als das größte Lesefest Europas. Die Buchmesse findet vom 17. bis 20. März 2022 statt.

Digital nicht immer besser

Ein digitales Festival wie im vergangenen Jahr sei zwar eine Möglichkeit, ersetze aber "natürlich nicht dieses unmittelbare Erlebnis", sagt Meißner im Gespräch mit MDR SACHSEN. Mit Kundinnen und Kunden sowie den Autorinnen und Autoren vor Ort zu sein, sei etwas Anderes.

Spielplan verhindert Lesungen

Im Kabarett "academixer" gibt es dagegen in diesem Jahr keine Lesung. Es habe einfach terminlich nicht gepasst, sagt Geschäftsführerin Dörte Waurick. Der Spielplan sei zu eng gebaut. "Wir schieben Gastspiele und nicht gespielte Vorstellungen vor uns her", so Waurick. Lücken, um etwas Neus reinzunehmen, gebe es leider kaum. Für das Lese-Festival bliebe der Sonntagmorgen - und der sei nicht gefragt, meint Waurick. 

Hoffnung auf 2023

Für das nächste Lese-Festival dürfte die Situation wieder eine ganz andere sein – vorausgesetzt Corona stellt nicht wieder alles auf den Kopf. Dörte Waurick vom Kabarett "academixer" hofft, dass der Spielplan dann wieder Platz lässt für "Leipzig liest" - und verspricht: "Klar machen wir da wieder mit, wenn‘s passt."

MDR (mar/kraus)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 07. Februar 2022 | 16:30 Uhr

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