Bundeswehr und Religion Leipziger wird erster Militärrabbiner seit 100 Jahren

Zsolt Balla
Bildrechte: Balla

Erstmals seit 100 Jahren wird es wieder einen jüdischen Militärseelsorger in Deutschland geben. Der aus Ungarn stammende Leipziger Rabbiner Zsolt Balla soll am 21. Juni in das Amt eingeführt werden. Das teilte der Zentralrat der Juden in Deutschland mit, bei dem das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Postens liegt.

Seelsorge für rund 300 Soldaten

Schätzungen gehen davon aus, dass es in der Bundeswehr rund 300 Soldaten jüdischen Glaubens gibt. Die Religionszugehörigkeit der Soldaten wird nur auf freiwilliger Basis erfasst. Der Militärbundesrabbiner soll ein noch einzurichtendes Militärrabbinat in Berlin leiten und die Arbeit von bis zu zehn jüdischen Geistlichen in der Bundeswehr koordinieren.

Ende 2019 hatten Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und der Zentralrat der Juden in Deutschland einen Staatsvertrag über die jüdische Militärseelsorge unterzeichnet. Deren Struktur ähnelt der von den beiden großen Kirchen verantworteten christlichen Militärseelsorge.

Der künftige Militärbundesrabbiner Balla bleibt weiterhin Leipziger Gemeinderabbiner und Landesrabbiner von Sachsen.

Quelle: MDR/gg/kna

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 27. Mai 2021 | 11:30 Uhr

4 Kommentare

DanielSBK vor 27 Wochen

Der größte Teil der BW Angehörigen wird wohl immer noch aus "dem Osten" akquiriert - da spielt der christliche Glaube nicht so ein starke Rolle. Atheisten und so.

Kolo78 vor 26 Wochen

Wer bezahlt das eigentlich?! Unglaublich!!

fritz deutsch vor 27 Wochen

Für 300 Soldaten jüdischen Glaubens bis zu zehn jüdische Geistliche ?
Bei 184 000 aktiven Soldaten paritätische Anzahl der Pfarrer ?

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