Justiz Landgericht Leipzig vertagt Mordprozess wegen Corona

Im Frühjahr 2021 standen vier Männer wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Leipzig. Doch nach 12 Verhandlungstagen wurde der Prozess im Oktober ausgesetzt. Eine der Laienrichterinnen war wegen ihrer Schwerhörigkeit nicht mehr in der Lage, dem Prozess zu folgen. Am Mittwoch nun sollte vor dem Landgericht ernneut verhandelt werden. Doch schon wieder musste alles verschoben werden.

Landgericht Leipzig
Am Landgericht Leipzig sollte am Mittwoch ein Prozess wegen versuchten Mordes erneut verhandelt werden. Doch Corona hat das verhindert. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Vor dem Landgericht Leipzig sollte am Mittwoch ein Prozess wegen versuchten Mordes erneut starten. Doch die Verhandlung gegen vier angeklagte Männer kam nicht zustande. Grund: Einer der Angeklagten könnte das Corona-Virus in sich tragen. Der Prozess wurde verschoben. Es war bereits das zweite Mal. Schon der erste Anlauf platzte, weil eine Schöffin schwerhörig war und der ersten Verhandlung nicht mehr folgen konnte.

Aus der Quarantäne ins Gericht

Einer der Angeklagten wurde am Mittwochmorgen direkt aus der Quarantäne-Station der JVA Leipzig in das Gerichtsgebäude gebracht. Eigentlich sollte der mutmaßliche Täter vor Gericht aussagen. Ein Unding für die Prozessbeteiligten. Es könne nicht sein, sagte einer der Verteidiger, dass ein Mann, von dem man nicht weiß, ob er positiv ist oder nicht, hier im Saal sitze und aussagen soll, berichtet ein MDR-Reporter.

Das Landgericht hat nun entschieden, dass das Verfahren geteilt wird. Am 8. Dezember soll es einen regulären Verhandlungstag gegen die beiden in U-Haft sitzenden Angeklagten geben. Die beiden anderen Beschuldigten, die nicht in Haft sind, durften am Mittwoch samt Dolmetscher und Anwälten wieder nach Hause. Wann ihnen der Prozess gemacht wird, ist nicht bekannt.

Überfall in Mafia-Manier

In dem Verfahren wirft die Staatsanwaltschaft vier Männern im Alter zwischen 21 und 36 Jahren vor, Anfang April 2020 zwei Männer in einer Wohnung überfallen zu haben. Eines der beiden Opfer wurde dabei in den Bauch geschossen und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Das zweite Opfer wurde mit einer Machete schwer verletzt. Nach Erkenntnissen der Behörden sollen sich Täter und Opfer um die Vorherrschaft im Drogenhandel im Bereich der Eisenbahnstraße Leipzig gestritten haben.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Radioreport | 24. November 2021 | 18:04 Uhr

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