Bauarbeiten Wochenlange Zugausfälle zwischen Leipzig und Altenburg

Die Deutsche Bahn macht die Strecke Leipzig - Werdau über Altenburg fit für die Zukunft. Wegen Bauarbeiten müssen sich Pendler und Reisende auf wochenlange Einschränkungen einstellen. Betroffen sind S-Bahnen zwischen Leipzig und Zwickau sowie Geithain und zeitweise auch Regionalexpress-Züge zwischen Altenburg und Schmölln. Busse ersetzen die Züge, sind aber länger unterwegs.

Bahnschwellen aus Beton liegen auf einer Baustelle an einer Bahnstrecke
Die Bahn baut an der Sachsen-Franken-Magistrale zwischen Leipzig und Altenburg. Pendler und Reisende müssen bis September in Busse umsteigen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Ab sofort bis zum 26. September müssen sich Fahrgäste zwischen Leipzig und Zwickau über Altenburg auf umfangreiche Zugausfälle mit Ersatzverkehr einstellen. Davon betroffen sind nach Angaben der Deutschen Bahn AG zeitweise auch Reisende und Pendler auf dem Abzweig zur Mitte-Deutschland-Linie zwischen Altenburg und Erfurt sowie auf dem S-Bahn-Abzweig zwischen Borna und Geithain. Die Bahn baut auf verschiedenen Bahnhöfen der Strecke Leipzig - Hof an Gleisen, Bahnsteigen, Bahnübergängen und der Sicherungstechnik.

Diese Linien sind betroffen

  • Auf den Linien der S5/S5x (Halle/Saale –Leipzig–Altenburg–Zwickau) und S6 (Leipzig–Borna–Geithain) kommt es vom 12. Juli und 26. September in vier verschiedenen Phasen zwischen Böhlen, Altenburg und Zwickau sowie zwischen Böhlen, Borna und Geithain zu Zugausfällen, Ersatzverkehr mit Bussen und Fahrzeitänderungen.
  • Darüber hinaus werden vom 24. Juli bis 15. August und an einigen Tagen im September die Züge der Linie RE3 (Erfurt–Gera–Altenburg) zwischen Altenburg und Schmölln durch Busse ersetzt.

Zug im Leipziger City-Tunnel
S-Bahnen zwischen Leipzig und Zwickau sowie Geithain fallen über Wochen auf einzelnen Abschnitten aus und werden durch Busse ersetzt. Bildrechte: dpa

Alle Fahrplanänderungen sind den Angaben zufolge in den Auskunfssystemen der Bahn hinterlegt.

Das baut die Deutsche Bahn

In Böhlen-Werke werden neue Weichenverbindungen errichtet, neue Bahnsteige und eine neue Fußgängerüberführung in Betrieb genommen. In Neukieritzsch wird ein neuer Personentunnel gebaut und der Bahnübergang an der K7931 modernisiert. Zwischen Lehndorf und Gößnitz wird eine Hilfsbrücke ausgebaut und eine bereits vorgefertigte Brücke über die Pleiße in die Gleichachse verschoben. In Borna wird eine neue Personenunterführung gebaut. Die Station werde barrierefrei gestaltet, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern und auch Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Gepäck, Kinderwagen oder Fahrrädern einfacheres Reisen zu ermöglichen. Die alten Brücken über die Deutzener Straße und die Luckaer Straße werden abgebrochen und die bereits vorgefertigten Brücken eingeschoben. 

Im Rahmen der jetzigen Ausbaustufe sind vier weitere Elektronische Stellwerke in Neukieritzsch, Regis-Breitingen, Altenburg und Gößnitz vorgesehen. Zusätzlich zum Streckenausbau sind diverse Ingenieurbauwerke (Eisenbahnüberführungen, Stützwände, Durchlässe) und mehrere Verkehrsstationen neu- bzw. umzubauen.

Deutsche Bahn AG

Schneller auf der Sachsen-Franken-Magistrale

Die Strecke zwischen Leipzig und dem Bogendreieck Werdau wird seit Anfang der 1990er-Jahre als Streckenast der Sachsen-Franken-Magistrale bezeichnet. Am Werdauer Bogendreieck mündet der Streckenast aus Dresden über Freiberg, Chemnitz und Zwickau ein. Weiter verläuft die Strecke mit den vereinten Ästen über Reichenbach und Plauen Richtung Hof in Oberfranken. Auf der gesamten Sachsen-Franken-Magistrale sollen Züge künftig mit bis zu 160 Kilometer pro Stunde fahren. Aktuell sind auf den beiden Streckenästen nur Regionalzüge unterwegs.

Zug im Leipziger Hauptbahnhof
Blau-weiße Interregio-Züge prägten das Bild in den 1990er-Jahren auf der Sachsen-Franken-Magistrale. Bildrechte: dpa

Magistrale seit Jahren ohne Fernverkehr

Bis Anfang der 2000er-Jahre fuhren noch Fernzüge im Zwei-Stunden-Takt zwischen Görlitz und Karlsruhe über Dresden und Zwickau beziehungsweise Berlin und Oberstdorf über Leipzig und Werdau. Sie stellten in Reichenbach gegenseitigen Anschluss her. Im Bahnhof Gößnitz kreuzten Interregios der Linie Aachen - Chemnitz die Sachsenmagistrale von Ronneburg kommend nach Meerane. Im zuvor noch geteilten Deutschland waren Interzonenzüge zwischen Rostock und München sowie Görlitz und München mit Kurswagen nach Nürnberg, Stuttgart und Heilbronn via Grenzübergang Gutenfürst unterwegs sowie auf der Relation Zwickau - Düsseldorf über Leipzig und Oebisfelde. Auch der wegen seiner damals modernen Triebwagen legendäre "Karlex" zwischen Berlin und Karlovy Vary (Karlsbad) und etliche Schnell- und Personenzüge des DDR-Binnenverkehrs - wie beispielsweise der Städteexpress "Sachsenring" zwischen Zwickau und Berlin-Lichtenberg - rollten über die Strecke Leipzig - Werdau. In Gößnitz kreuzte der tägliche Schnellzug Dresden - Katzhütte.

Dieseltriebwagen von DB Regio im Bahnhof von Gößnitz im Altenburger Land.
In Gößnitz kreuzen sich die Strecken Leipzig - Werdau - Hof und Erfurt - Chemnitz. Bildrechte: Deutsche Bahn AG/Holger Stein

Schrittweise wurde der eigenwirtschafliche Verkehr von der Deutschen Bahn AG eingestellt und durch von Zweckverbänden bezahlten Regionalverkehr ersetzt. Mit der durchgehenden Inbetriebnahme der Neubaustrecke (Berlin -) Halle/Leipzig - Erfurt - Bamberg (-Nürnberg) Ende 2017 hat die alte Strecke Leipzig - Hof weiter an überregionaler Bedeutung verloren. Zuvor war die Strecke mit Inbetriebnahme des Leipziger Citytunnels 2013 in das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz integriert worden.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 12. Juli 2021 | 05:30 Uhr

2 Kommentare

Malcher vor 10 Wochen

Wieso sollte man es nicht auf 160km/h ausbauen? Die S-Bahnzüge schaffen 160 km/h und die Strecke muss nicht begradigt werden. Es ist in erster Linie sowieso mehr eine dringend nötige Sanierung als ein Ausbau. Ausbau klingt halt nur besser.
Und auch wenn kein Fernverkehr mehr fährt, Verkehr ist genügend auf der Strecke.

netzwerkcomputer vor 10 Wochen

Hallo, die Frage ist berechtigt, wofür wird eigentlich die Strecke ausgebaut? Im Bundesverkehrswegeplan ist kein Schnellverkehr vorgesehen und was alles über die Strecke lief, kann man oben gut nachlesen. Also haben wir dann ein Duxusproblem, eine gut ausgebaute Strecke ohne wesentlichen Verkehr (wie für die gesamte Sachsen-Franken-Magistrale). Für den derzeitigen Betrieb als S-Bahn-Strecke hätte auch 100 bzw. 120 km/h gereicht!

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