Religion Leipzig genehmigt Bau einer neuen Moschee

Seit beinahe zehn Jahren plant die Ahmadiyya-Gemeinde in Leipzig den Bau einer neuen Moschee. Dagegen gründete sich eine Bürgerinitiative. Zudem gab es islamfeindliche Anschläge. Trotz des Widerstands verfolgte die Gemeinde weiter ihren Plan. Jetzt erteilte die Stadt die Baugenehmigung dafür.

Modell einer Moschee
So soll die Moschee im Leipziger Stadtteil Gohlis einmal aussehen. Bildrechte: dpa

Die Leipziger Stadtverwaltung hat für den Neubau einer Moschee grünes Licht gegeben. Der seit neun Jahren geplante Bau der Ahmadiyya-Gemeinde kann damit errichtet werden, teilte die Stadt mit. Allerdings sei bisher noch nicht bekannt, wann die Arbeiten beginnen, hieß es. Für das Projekt kaufte die Gemeinde bereits ein Grundstück in der Georg-Schumann-Straße 27 im Stadtteil Gohlis. Ursprünglich wollte sie dort bereits 2015 mit dem Bau beginnen.

Mehrfach islamfeindliche Anschläge

Gegen den Moschee-Bau hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, hinter der Beobachter die rechtsextreme NPD vermuteten. Außerdem gab es mehrfach islamfeindliche Anschläge gegen das Projekt. So wurden 2013 fünf Schweineköpfe auf Holzpflöcke gespießt und auf dem Grundstück aufgestellt. Das Schwein gilt im Islam wie im Judentum als unreines Tier.

Kuppelbau mit 16 Meter hohem Minarett

Ungeachtet dessen veranstaltete die Ahmadiyya-Gemeinde 2015 einen Architekten-Wettbewerb. Der Siegerentwurf sieht einen Kuppelbau mit einem 16 Meter hohen Minarett vor. In Leipzig entstünde damit nach Erfurt der zweite Moscheeneubau in den neuen Bundesländern - seit der Wiedervereinigung - Berlin ausgenommen.

Rund 10.000 gläubige Muslime in Leipzig

In Leipzig leben Schätzungen der Stadt zufolge bis zu 10.000 Menschen muslimischen Glaubens; es gibt sieben Moscheen und Gebetsräume. 1997 wurde auf dem städtischen Ostfriedhof ein eigenes Gräberfeld eingerichtet, auf dem Verstorbene nach islamischen Bestattungsritualen beigesetzt werden können.

Quelle: MDR/sth/kna

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 12. Oktober 2021 | 14:00 Uhr

18 Kommentare

AlexLeipzig vor 14 Wochen

Ich allerdings wohne hier. Und empfinde die Entwicklung der Stadt in den letzten Jahren als überwiegend positiv. Eine Moschee ist sicherlich nichts negatives, genauso wie der Neubau der katholischen Kirche. Negativ sind vielmehr steigende Mieten. Die haben aber was mit Kapitalismus und nicht mit Religion zu tun.

dimehl vor 14 Wochen

Ja, man ist für Vielfalt und Weltoffenheit, zeigt Verständnis für Andere und ist tolerant.
Was könnte daran auch falsch sein ?
Wenn aber nun die andere Seite den Wert dieser guten Eigenschaften nicht erkennt/nicht erkennen will und sie nur als Schwäche begreift,
die man zur Erreichnung der eigenen Ziele eiskalt ausnutzen kann ?

dimehl vor 14 Wochen

Zum Einen:
Wie kann ein demokratischer Staat der Plan sein, wenn wir ihn doch schon haben ?
Zum Anderen:
Man muss bei diesem immer wieder gerne verwendeten Zitat aber doch auch die damaligen Umstände berücksichtigen:
Wer kam damals nach Preussen ? (Und wer nicht ?)

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