Pandemie Movies, Muskeln, Meisterwerke: Leipziger Kultur- und Sportstätten öffnen wieder

Wer in der letzten Zeit einen Film im Kino sehen, Kunstwerke im Museum betrachten oder Gewichte im Fitnessstudio heben wollte, hatte wegen Corona Pech. Kultur- und Sportstätten mussten aufgrund hoher Infektionszahlen in Sachsen erneut schließen. Nun geht es wieder los. MDR SACHSEN hat sich in Leipzig umgeschaut.

Luru Kino in Leipzig
Kinos dürfen ab Freitag in Sachsen unter 2G+ öffnen. Bildrechte: Uwe Walter

Seit Freitag dürfen in Sachsen Kultureinrichtungen und Sportstätten unter der 2G+-Regel wieder öffnen. Genesene und Geimpfte müssen zusätzlich einen negativen Test vorweisen, wenn sie beispielsweise ins Kino, Museum oder das Fitnessstudio gehen wollen. Für geboosterte Menschen entfällt der Test.

Fitnessstudio: Kontrollen halten auf

Vor allem Sportbegeisterte dürften sich über die Öffnungen der Fitnessstudios gefreut haben. Für die Betreiber ist die Öffnung aber auch mit mehr Aufwand verbunden, sagt Studioleiter Philipp Helbig. Das Kontrollieren der 2G+-Nachweise halte zwar auf, aber er ist froh, überhaupt wieder öffnen zu dürfen - auch wenn die Entscheidung wieder sehr kurzfristig gekommen sei. "Es ist umständlich, manches ist nervig und das Studio ist nicht ausgelastet. Dennoch kann man seinem Job wieder nachgehen und hat einen strukturierten Alltag", so Helbig.

Vorfreude auf den Muskelkater

Auch die Sportbegeisterten freuen sich endlich wieder die Eisen stemmen zu können. Lukas, der seit zwei Monaten nicht trainierte, hat sich am Freitag 8 Uhr in der Apotheke testen lassen und ist danach ins "Fitstar" in die Leipziger Südvorstadt gegangen.

Die coronabedingte Zwangspause merkt der Hobbysportler aber: "Zwischen Bett, Couch und dem Fernseher ist es schwierig, sich zu motivieren", sagt Lukas im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Ich habe mir die erste Übung bei jemand anderem angeschaut und dachte sofort: Muskelkater! Und wahrscheinlich wird es mir morgen auch ähnlich gehen.

Lukas Hobbysportler

G2 Kunsthalle: Ausstellungen leben von Besuchern vor Ort

Froh über die Wiedereröffnung ist auch Anka Ziefer von der G2 Kunsthalle am Dittrichring in der Innenstadt. Noch bis zum Sonntag läuft dort die erste Ausstellung des Leipziger Künstlers Norbert Bisky in seiner Geburtsstadt. Weil die so erfolgreich war, hatte Direktorin Ziefer sie extra nochmal verlängert.

Wir sind total happy, dass wir noch ein Wochenende anbieten können und die Ausstellung nicht sang- und klanglos untergeht.

Anka Ziefer Direktorin G2 Kunsthalle

Ausstellungen lebten davon, dass Menschen kommen, sich die Werke anschauen und sich damit auseinandersetzen. "Es geht nur bedingt im digitalen Raum", so Ziefer weiter.

Keine Schließungen von Museen vorerst vorgesehen

Eine erneute Schließung von Museen, Kunsthallen und Gedenkstätten soll es laut aktueller Corona-Notverordnung des Freistaates nicht geben. Auch beim Eintreten der Überlastungsstufe dürfen die Einrichtungen geöffnet bleiben - anders als Kinos und Fitnessstudios. Zudem gilt in Kunsthallen und Gedenkstätten die 2G-Regel.

Passage Kinos: Besucherrückgang befürchtet

Auch die Kinos dürfen ab Freitag wieder öffnen. Anders als in den Galerien und Museen gilt hier jedoch Zugang gemäß  2G+. Dass das die Gäste vom Besuch abhalten könnte, befürchtet Petra Klemann von den Passage Kinos. Erfahrungen aus anderen Bundesländern hätten gezeigt, dass wegen 2G+ die Besucherzahlen um 80 Prozent zurückgegangen seien, so die Kinochefin. "Die Gefahr droht hier auch", so Klemann.

Aber das Publikum akzeptiere die Vorgaben und verhalte sich auch dementsprechend. Sie hofft, dass sich viele schon haben boostern lassen. "Denn einen Test werden die wenigsten extra machen, um dann ins Kino gehen zu können."

Öffnung erst nach der Vorbereitung

Öffnen will Klemann ihr Kino jedoch frühestens am 20. Januar. "Wir müssen erst noch das Programm vorbereiten, es online stellen, damit die Gäste sich informieren können. Ein neuer Dienstplan muss her", fasst Klemann zusammen.

"Zeigen, dass wir da sind"

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohne sich eine Öffnung nicht, gibt Klemann zu. "Es ist aber besser zu öffnen und zu zeigen, dass wir da sind", ergänzt sie. Sonst bestünde die Gefahr, vergessen zu werden. Zudem sei das Publikum hungrig und freue sich darauf, neue Filme im Kino zu sehen.

Das Interesse bestätigt eine Kinoliebhaberin MDR SACHSEN:

Wir haben lange darauf verzichten müssen. Und ich hoffe, dass es für die Dauer bleibt und nicht irgendwann wieder zu ist.

Kinoliebhaberin aus Leipig

Quelle: MDR(mar/schicht)

Einsame Opernbesucher an der Garderobe 6 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 14. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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