Sportmedizin Gut getestet nach Tokio: Olympiavorbereitung am IAT in Leipzig

Ende Juli beginnen in Tokio die Olympischen Sommerspiele. Coronabedingt ein Jahr später als geplant. Um bestens vorbereitet zu sein, unterstützt das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig Sportlerinnen und Sportler bei der Vorbereitung.

Einblicke in die Räumlichkeiten des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig
In der Testhalle des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig können Sportlerinnen und Sportler ihre Leistungen auf den Prüfstand stellen. Bildrechte: Friederike Schicht

Olympia wird in diesem Jahr anderes als sonst. Die Corona-Pandemie hat die Vorbereitungsphase erschwert und macht eine klare Prognose fast unmöglich, meint Ulf Tippelt, Direktor des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig. Das Institut unterstützt Sportlerinnen und Sportler bei der Vorbereitung unter anderem mit Bewegungsanalysen und Kraftmessungen.

Trotz ausbleibender Wettkämpfe Bestleistungen erzielen

Durch die wenigen Wettkämpfe sei es schwierig zu sagen, wo die deutschen Athletinnen und Athleten im internationalen Vergleich stehen. "Ohne Wettkämpfe können sie sich nicht optimal vorbereiten", sagt Tippelt MDR SACHSEN. Um trotzdem die eigene Bestleistung erreichen zu können, greifen Trainierinnen und Trainer auf die Messungen des IAT zurück. So wissen sie, wo sich ihre Schützlinge noch verbessern können.

Einblicke in die Räumlichkeiten des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig
Mittels modernsten Bewegungsanalysen können die sportlichen Leistungen optimiert werden. Bildrechte: Friederike Schicht

Alle drei Monate zum IAT

Vor allem Kugelstoßer und Speerwerferinnen nutzten das Angebot des IAT, sagt Tippelt. Einer von ihnen ist Para-Leichtathlet Mathias Schulze. Zusammen mit seiner Kollegin Frances Hermann kommt der Kugelstoßer alle drei Monate von Cottbus nach Leipzig, um seine Entwicklungen überprüfen zu lassen. "Wir testen hier, ob meine Beine stark genug sind und ob das Training Früchte trägt", sagt er.

Dass sich die Vorbereitungszeit um ein Jahr verlängert hat, spielt für Schulze keine große Rolle mehr. Zudem habe er mit seiner Teilnahme an der Europameisterschaft in Polen in diesem Jahr schon einmal Wettkampfhärte spüren dürfen. "Es war für alle eine Umgewöhnung. Wir sind jetzt aber heiß auf die Spiele und hoffen, dass wir da die beste Leistung abrufen können."

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Auf dem Prüfstand: Para-Speerwerferin Frances Hermann lässt die Kraft ihres Wurfarms testen. Bildrechte: Friederike Schicht

Trotz Corona-Erkrankung und Schwangerschaft zu Olympia

Für Para-Speerwerferin Frances Hermann war die Vorbereitung ebenfalls sehr durchwachsen. Neben einer Corona-Erkrankung ist sie auch Mutter geworden. Umso wichtiger seien jetzt auch die Ergebnisse der Tests am IAT. "Hier können wir schauen, wie sich all das auf meine Leistung ausgewirkt hat", sagt sie. Dass Olympia ein Jahr später stattfindet, habe aber auch einen Vorteil: "So hatte ich mehr Zeit für die Regeneration nach der Schwangerschaft."

Sichere Spiele in Tokio?

Dass die Spiele in Tokio aus Corona-Sicht sicher sind, davon geht IAT Sportmediziner Bern Wolfarth aus. Ein "sehr detailliertes Hygienekonzept" und die zunehmende Impfquote sprächen dafür. Wolfarth geht davon aus, dass bis Juli 90 Prozent aller Sportlerinnen und Sportler geimpft sind.

Teil des Hygienekonzepts ist es, 14 Tage vor der Anreise ein medizinisches Tagebuch zu führen, erklärt Wolfarth. Im Heimat- oder Vorbereitungsland muss dann vor der Abreise ein PCR Tests gemacht werden. Zudem seien tägliche Antigen-Schnelltest im Olympischen Dorf geplant.

Komplizierte Spiele erwartet

Trotz aller Maßnahmen, werden es "komplizierte Spiele", meint IAT-Direktor Tippelt. "Aber alle sind froh, dass die Spiele stattfinden, hoffentlich auch mit entsprechender Stimmung", ergänzt er. Und die 26 Sportlerinnen und Sportlern aus Leipzig könnten trotz der schwierigen Prognosen durchaus zu den Medaillenkandidaten zählen.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 15. Juni 2021 | 16:30 Uhr

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