Einweihung im November Schwalbennestorgel im Paulinum der Universität Leipzig wird vollendet

In wenigen Wochen will die Universität Leipzig mit der Fertigstellung der Schwalbennestorgel in der Universitätskirche St. Pauli ein neues Kapitel in ihrer Musikgeschichte aufschlagen. Das Instrument nach dem Vorbild einer Renaissanceorgel wird aktuell noch vollendet und soll künftig eine stilistische Lücke in der ostdeutschen Orgellandschaft schließen.

Innenansicht der Universitätskirche St. Pauli mit der neuen "Schwalbennestorgel"
Spätestens im November soll die Schwalbennestorgel im Leipziger Paulinum über alle Register erklingen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Paulinum war in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gut. Nach jahrelangen Bauarbeiten wurde der Neubau erst vor vier Jahren eröffnet. Allerdings war eine der beiden Orgeln bislang noch gar nicht fertiggestellt. Denn neben der großen Orgel auf der West-Empore soll im Paulinum auch die kleinere Schwalbennest-Orgel im Chorraum erklingen.

Orgel von Weltrang

Damit komme der Neubau des Paulinums nun auch hinsichtlich seiner Ausstattung mit Musikinstrumenten zum Abschluss, findet Universitätsmusikdirektor Prof. David Timm. Auch Universitätsorganist Daniel Beilschmidt hält sich mit seiner Freude über die neue Orgel nicht zurück: "Ein Instrument wird vollendet, das in Deutschland und auch international keinen Qualitätsvergleich zu scheuen braucht und dazu noch konzeptionell und stilistisch einmalig ist."

Tatsächlich habe es über Jahrhunderte in der Region keine Renaissanceorgel mehr gegeben, so dass mit der Vollendung der Schwalbennestorgel eine stilistische Lücke in der ostdeutschen Orgellandschaft geschlossen werde, erklärt Musikdirektor Timm.

Neue Orgel wurde durch Spenden finanziert

Die Gesamtkosten für die Schwalbennestorgel belaufen sich auf rund 650.000 Euro. Das Instrument wurde über Spenden finanziert, weshalb sie zunächst nur mit sieben Registern übergeben wurde. Zuletzt war das Spendenvolumen schließlich – auch dank einer Förderung aus den "Mauerfonds" – so weit gewachsen, dass die restlichen Register beauftragt werden konnten.

Mit der Vervollständigung der ausstehenden elf Register werde die Orgel dann die volle Farbpalette der Gotik, Renaissance und des Frühbarocks in ihrem ganzen Klangreichtum hörbar machen, erklärt Organist Beilschmidt: "Ihre mitteltönige Stimmung konfrontiert moderne Hörgewohnheiten mit völlig neuen Klangwelten."

Bilder Ansichten der neuen Universitätskirche St. Pauli

Collage aus einer illustrierten Paulinerkirche und dem Neubau (Foto)
Eine Collage zeigt den Standort der 1968 gesprengten Universitätskirche und den Neubau. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Augustusplatz, MDR-Hochhaus und Universitätskirche St. Pauli
Blick auf den Leipziger Augustusplatz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Fensterrose - Detailanischt der Universitätskirche St. Pauli am Augustusplatz in Leipzig
Ein Detail in der Fassade der neuen Universitätskirche in Anlehnung an das historische Vorbild: die Giebelrose Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Innenansicht der Universitätskirche St. Pauli mit der 16 Meter hohen Trennwand aus Plexiglas
Blick ins Innere des Paulinums mit Epitaphien, Gewölbe und gläserne Trenndwand, Stand 2015 Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Schwalbennestorgel in der Universitätskirche St. Pauli
Nagelneue "Schwalbennestorgel": Sie ist etwa acht Meter hoch und drei Meter breit. Die Orgel mit einem Gehäuse aus Schweizer Eichenholz steht nicht auf einer Empore, sondern hängt in großer Höhe an einer Innenwand. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Historisches Modell der Stadt Leipzig im Stadgeschichtlichen Museum
Das historische Stadtmodell von Leipzig mit dem Ausschnitt des Areals von Kirche und einstigem Kloster - gerfertigt wurde es 1823 von J.C. Merzdorf. Seit 1909 ist es im Stadtgeschichtlichen Museum ausgestellt. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Collage aus einer illustrierten Paulinerkirche und dem Neubau (Foto)
Eine Collage zeigt den Standort der 1968 gesprengten Universitätskirche und den Neubau. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Universitätskirche St. Pauli aus der Vogelperspektive
Blick aus der Luft auf den Aula-Kirchen-Bau und die aufwendige Dachkonstruktion. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Innenansicht der Universitätskirche St. Pauli
Der neugotische Altar: Während der Bauarbeiten noch verrpackt Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Innenansicht der Universitätskirche St. Pauli mit der neuen "Schwalbennestorgel"
Die Kubatur des Neubaus, also das Volumen des Bauwerks, wurde weitestgehend vom historischen Vorbild übernommen und lässt auf einen ähnlich guten Raumklang für die Orgel hoffen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Epitaph in der Universitätskirche St. Pauli
Vor der Zerstörung 1968 gerettet und heute restauriert: Wertvolle Epitaphien aus verschiedenen Jahrhunderten erzählen Stadt- und Universitätsgeschichte. Wer seinerzeit Rang und Namen hatte, ließ sich so verewigen. Während die Paulinerkirche unwiederbringlich verloren ist, gehören die Epitaphien zu den wenigen erhaltenen originalen Zeugnissen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Augustusplatz in Leipzig mit dem Panorama Tower MDR, der Universität und der Paulinerkirche.
Bildrechte: IMAGO
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Fensterrose - Detailanischt der Universitätskirche St. Pauli am Augustusplatz in Leipzig
Ein Detail in der Fassade der neuen Universitätskirche in Anlehnung an das historische Vorbild: die Giebelrose Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Leipziger Universitätsmusiktage widmen sich der Orgel

Zur Einweihung der fertiggestellten Schwalbennestorgel werden die XII. Leipziger Universitätsmusiktage vom 21. bis 28. November 2021 dem Instrument gewidmet. Dabei wird die Musik alter Meister genauso neu zu entdecken sein wie Neukompositionen, die die Klänge des Mittelalters und der Renaissance mit denen des 20. und 21. Jahrhunderts verbinden.

Quelle: MDR/tt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 05. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 1 Wochen

…dennoch: der Klang und die Raumakustik dieser - ach - so teuren
und so hochheiligen Hallen-Aula ist befremdlich ! Selbst mein Dorf-
kirche hat eine bessere Akustik — aber leider derzeit nur eine
( defekte ) Orgel !

Andere Dörfer haben nicht einmal mehr eine „ bespielbare “ Kirche ….

Möge das Meisterwerk vollendet gelingen
und der Messestadt viele Gäste bringen !

S.D.G. ! *

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* Soli deo Gloria ! = Allein Gott die Ehre !

So unterzeichnete Johann Sebastian
Bach, der auch in Leipzig wirkte, einst
seine Kompositionen — oder nicht …⁉️

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