Landgericht Leipzig Prozess nach Waffenfund bei Soldat: Sprengstoff war einsatzbereit

Ein Angeklagter sitzt neben seinem Verteidiger.
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In dem Prozess um das Waffenversteck eines Bundeswehrsoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) aus Sachsen hat ein Sprengstoffexperte die sichergestellten Materialien als einsatzfähig bezeichnet. Der Angeklagte hatte zuvor behauptet, dass er nach einer eigenen Überprüfung davon ausgegangen, dass es sich um nicht einsatzfähiges Material handelte. Dem widersprach der Experte. Ein Fachmann hätte mit dem Sprengstoff und den Zündern einen massiven Schaden anrichten können, sagte der Sachverständige der Polizei am Freitag vor dem Landgericht Leipzig.

Sprengstoff hätte verheerende Wirkung gehabt

Ein Block unter oder in einem Auto platziert, hätte das Fahrzeug komplett zerstört und alle Insassen getötet, so der Experte. Auch in einem Koffer unter der Bank einer Bushaltestelle versteckt hätte der Sprengstoff eine verheerende Wirkung erzielt. Die sichergestellte Menge hätte aber nicht ausgereicht, um ein Gebäude oder eine Brücke zum Einsturz zu bringen.

Zahlreiche Waffen, Munition und rechtsextreme Schriften auf Grundstück gefunden

Bei einer Durchsuchung des Grundstücks im nordsächsischen Collm hatten die Ermittler im vergangenen Mai unter anderem zwei Kilogramm professionellen Sprengstoff, Gewehr- und Pistolenmunition, ein Sturmgewehr AK47, eine Armbrust, eine Nebelhandgranate sowie Schusswaffen und Waffenteile gefunden - darunter war auch ein Schalldämpfer. Außerdem soll der Mann zahlreiche Schriften mit rechtsextremen Inhalten, darunter ein SS-Liederbuch besessen haben.

Die Munition sollte den Angaben des Angekalgten zufolge bei einer im Frühsommer geplanten Übung verwendet werden. Dazu sei es aber wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie nicht mehr gekommen. Der angeklagte 45-Jährige hatte zum Auftakt die Taten eingeräumt. Der 45-Jährige muss sich wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz verantworten.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.01.2021 | 09:00 Uhr in den Nachrichten

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