Oberlandesgericht Dresden Geschädigter sagt im Prozess gegen Lina E. in Dresden aus

Im Prozess gegen die Leipziger Studentin Lina E. und weitere mutmaßliche Linksextremisten ist ein geschädigter Rechtsextremist als Zeuge aufgetreten. Die Gruppe soll den Mann in Wurzen lebensgefährlich verletzt haben. Der Geschädigte änderte vor Gericht seine Aussage.

Zwei Personen sitzen im Gerichtssal und halten sich Aktenmappen vor das Gesicht.
Lina E. und ein weiterer Angeklagter in dem Prozess in Dresden Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Prozess gegen Lina E. und drei weitere mutmaßliche Mitglieder einer Gruppe militanter Linksextremisten am Oberlandesgericht Dresden ist mit der Vernehmung eines Zeugen fortgesetzt worden, der Geschädigte ist auch Nebenkläger in dem Verfahren. Der rechtsextreme Aktivist Cedric S. aus Wurzen sagte vor Gericht aus, er sei damals von drei Männern und einer Frau angegriffen worden. Er habe die Frau an der Stimme erkannt. Sie habe nach dem Angriff "Du scheiss Nazi" gerufen. Kurz nach dem Überfall hatte er in der Vernehmung im Krankenhaus angegeben, von fünf Männern überfallen worden zu sein. Ob die Angeklagten etwas mit dem Überfall zu tun haben, blieb offen.

Die Gruppe um Lina E. soll den Mann aus der rechten Szene auf dem Weg zum Fußballtraining in Wurzen im Landkreis Leipzig angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben. Laut Anklage wurde er durch Sprünge in den Rücken zu Fall gebracht und gewürgt sowie dann mit Fäusten und Teleskopstangen auch auf seinen Kopf geschlagen, als er am Boden lag. E. habe zuvor die Umgebung des Tatortes ausgekundschaftet.

Angeklagte schweigen zu Vorwürfen

Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft ist E. Anführerin einer größeren militanten Gruppe, deren Ziel es war, tatsächliche und mutmaßliche Angehörige der rechten Szene anzugreifen und zu verletzen. Die 26-Jährige soll bei mindestens zwei von sechs Anschlägen in Leipzig, Wurzen und Eisenach das Kommando geführt haben. Dabei wurden 13 Menschen verletzt, zwei davon potenziell lebensbedrohlich. Die junge Frau und drei Männer müssen sich deshalb wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung sowie teils Sachbeschädigung verantworten.

Beweislage bislang dünn

In den bisherigen Verhandlungstagen gegen Lina E. und ihre Mitangeklagten konnten die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft bislang nicht erhärtet werden. In den Vernehmungen konnte bislang keiner der Zeugen einen der Angeklagten belasten. Die aus Kassel stammende Studentin ist seit Anfang November 2020 in Untersuchungshaft, ihre Mitangeklagten sind auf freiem Fuß. Alle Beschuldigten schweigen bisher zu den Vorwürfen.

Quelle: MDR/kb/rw/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 29. September 2021 | 19:00 Uhr

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