Verhandlung am Oberlandesgericht Erste Zeugenbefragung im Dresdner Prozess um linksextreme Gewalt

Am Montag ist in Dresden der Prozess gegen vier mutmaßliche linksextremistische Gewalttäter fortgeführt worden. Mit der ersten Zeugenbefragung im Verfahren um die Hauptangeklagte Lina E. und drei Männer lag der Fokus auf einem Übergriff im Oktober 2018. Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, gezielt Menschen aus der rechten Szene überfallen und zusammengeschlagen zu haben.

Der Prozess um mutmaßliche Gewalttäter aus der linken Szene ist am Montag am Oberlandesgericht Dresden mit einer ersten Zeugenbefragung fortgesetzt worden. Als Augenzeugin war eine junge Frau geladen, die am 2. Oktober 2018 in der Nähe ihres Wohnhauses in Leipzig vier vermummte Männer gesehen hatte. Die Männer hätten unmittelbar danach einen Rechtsextremen attackiert und niedergeschlagen, so die Zeugin. Sie gab allerdings an, keine Details erkannt zu haben, weil Hecken die Sicht auf den Tatort versperren. Sie habe Schreie des Opfers und dumpfe Schläge gehört. Die Frau, die nach eigenem Bekunden auf dem Weg zur Arbeit war, flüchtete daraufhin wieder in ihren Hauseingang und rief die Polizei.

Anklage nach brutalen Übergriffen

Die Generalbundesanwaltschaft wirft der Studentin Lina E. (26) und drei weiteren Mitangeklagten aus Leipzig und Berlin vor, zwischen 2018 und 2020 gezielt Menschen aus der rechten Szene in Leipzig, Wurzen und Eisenach attackiert und brutal zusammengeschlagen zu haben. Zudem sind Lina E. und die drei Männer im Alter von 26 bis 36 Jahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Lina E. sitzt seit zehn Monaten in Untersuchungshaft, die drei Männer sind auf freiem Fuß. Alle Beschuldigten schwiegen bisher zu den Vorwürfen. Ihre Verteidiger ließen aber offen, ob die Betroffenen später nach Beweisanträgen eine Erklärung abgeben.

Verteidigung kritisiert Verfahren

Am vergangenen Donnerstag hatte der Vorsitzende Richter Hans Schlüter-Staats einen Antrag aus den Reihen der Verteidigung zurückgewiesen, die Verhandlung auszusetzen oder ersatzweise zu unterbrechen, weil Akten fehlen würden. Schlüter-Staats sah dafür keine Hinweise. Die Verteidigung kritisiert, dass die Generalbundesanwaltschaft für die Fälle zuständig ist. Denn von einer kriminellen Vereinigung könne keine Rede sein. Die Anwälte halten es zudem für völlig überzogen, dass in einem Hochsicherheitssaal verhandelt wird. Damit würden ihre Mandanten in die Nähe von Terroristen gerückt, argumentierten sie zum Prozessauftakt.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 13. September 2021 | 13:00 Uhr

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