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Shared Spaces: Leipzigs Verkehrswege teilen sich Radfahrer vielfach mit Straßenbahnen, Fußgängern und Autofahrern. Bildrechte: IMAGO

Aktionsprogramm

Stadt Leipzig will für Sicherheit im Radverkehr sorgen

Stand: 05. Februar 2021, 05:00 Uhr

Fahrradfahren wird in Großstädten beliebter - die Coronakrise hat den Radeltrend noch einmal beflügelt. Die Frage nach der Sicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer wird in immer mehr Rathäusern diskutiert und mit den entprechenden Plänen und Bauprojekten sollen sich Auto, Tram und Rad an den entscheidenden Stellen nicht zu nahe kommen und Unfälle vermieden werden - so auch in Leipzig.

Die Stadt Leipzig hat ihr "Aktionsprogramm Radverkehr" vorgestellt: Bis 2023 sollen mehr als 70 Projekte umgesetzt werden, um den Radverkehr in der Stadt sicherer und attraktiver werden zu lassen. Rund 8,7 Millionen Euro hat die Stadt dafür eingeplant.

Neue Radwege für Leipzig

Geplant sind unter anderem neue Radfahrstreifen auf der Wundt- und der Karl-Heine-Straße sowie in der inneren Jahnallee. Außerdem wird ein neuer Radweg in der Muldentalstraße in Liebertwolkwitz gebaut. Saniert werden soll unter anderem der Radweg "Neue Linie" im Wildpark. Der Innenstadtring bekommt Radfahrstreifen. Die Kreuzung William-Zipperer-Straße/Hans-Driesch-Straße soll durch eine Querungshilfe für Radfahrerinnen und Radfahrer sicherer werden, zahlreiche Stolperstellen sollen beseitigt und Bordsteine abgesenkt werden.

Wir werden Radfahrstreifen einrichten in Richtung Waldplatz und am anderen Ende der inneren Jahnallee. An der Ecke Thomasiusstraße/Leibnitzstraße, wo es einen schweren Unfall gab, wollen wir Radverkehrsanlagen so anbringen, dass die Sicherheit verbessert wird.

Michael Jana | Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes der Stadt Leipzig

Außerdem sind mehr Fahrradbügel in der gesamten Stadt geplant. Eine vielfach geforderte bewachte Fahrradstation in Innenstadtnähe ist ebenfalls vorgesehen.

In den vergangenen Monaten haben sehr viele das Fahrrad für sich als Verkehrsmittel entdeckt. Ich bin mir sicher, dass viele dieser Menschen auch künftig auf das Rad nicht verzichten wollen. Als Stadt sind wir gut beraten, diese Entwicklung aufzugreifen und dem Radverkehr mehr Raum zu geben, ihn sicherer zu machen und das Fahrrad als klimafreundliches Verkehrsmittel weiter zu stärken.

Burkhard Jung | Oberbürgermeister Stadt Leipzig

Bildrechte: dpa

Sicherheitskontrollen angekündigt

Ganzjährig sind Schwerpunktkontrollen sowohl der Radlerinnen und Radler als auch von Falschparkern auf Radverkehrsanlagen durch Polizeikräfte und den Stadtordnungsdienst angedacht. Im Zuge der Mobilitätsstrategie 2030 soll eine städtische Verkehrssicherheitskampagne in diesem Jahr starten. Die Stadt Leipzig unterstützt zudem die Arbeit der Verkehrswacht Leipzig mit einer projektbezogenen Förderung zur Radfahrausbildung von Schulkindern, die gegenwärtig entwickelt werde.

Polizei und Orndnungsamt überprüfen verstärkt den Rad- und Autoverkehr in der Innenstadt. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Unfallschwerpunkte reduzieren

Die Sicherheit auf den Straßen der Stadt soll sich verbessern. Das Verkehrs- und Tiefbauamt reagiere bedarfsgerecht auf die Unfallschwerpunkte im Leipziger Straßennetz, teilte ein Sprecher auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Ein Beispiel ist die innere Jahnallee. Der Verkehrsraum, den sich Auto und Fahrrad teilen, wurde durch ein Parkverbot erweitert, da eine der beiden Fahrspuren regelmäßig zugeparkt war und sich Auto und Rad die verbliebene Spur mit der Straßenbahn teilten.

Auf der stadtauswärtigen Jahnallee wurde ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert. Mit einem Geländer am Gehweg soll verhindert werden, dass Radfahrer den Cottaweg in gerader Linie kreuzen. Hier hatte es in der Vergangenheit immer wieder tödliche Unfälle mit Lkw gegeben, die auf die Kleinmesse abbiegen wollten. Auch in der Volbedingstraße im Stadtteil Möckern gab es immer wieder Unfälle beim Einbiegen. Hier wurde zunächst ein Radfahrstreifen markiert, dann die Radfurt rot eingefärbt und nunmehr auch der Bau einer Ampelanlage beschlossen.  

Mit Halteverboten wurde die Situation für Radfahrer auf der inneren Jahnallee verbessert. Bildrechte: MDR JUMP

Menschen nutzen das Rad, wenn die Infrastruktur dafür stimmt. Diese wollen wir dafür weiter verbessern. Die Radverkehrsförderung ist daher Teil unserer integrierten Mobilitätsstrategie.

Thomas Dienberg | Baubürgermeister Stadt Leipzig

Radschnellweg entwickelt sich langsam

Beim geplanten Radschnellweg zwischen Leipzig und Halle geht es langsam voran. Derzeit werde unter anderem die Finanzierung geklärt, man beschäftige sich mit ersten Planungen und hole Genehmigungen ein. "Der Bau eines Radschnellweges ist ein komplexes Bauvorhaben und ist für Leipzig eine Neuerung", heißt es auf Nachfrage von MDR SACHSEN aus der Stadt.  

Rund 1.000 Kilometer Radverkehrswege

Leipzig habe derzeit Radwege von rund 520 Kilometern Länge, teilte das Verkehrs- und Tiefbauamt mit. Dazu zählen auch Radfahrstreifen und Schutzstreifen sowie Gehwege und Fahrradstraßen. Zusätzlich gibt es rund 500 Kilometer weitere Wege in den Grünanlagen der Stadt, auf denen Radverkehr zugelassen ist. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre habe man die Gesamtlänge der Radwege um 37 Prozent steigern können, heißt es weiter.

Mängel in Sicherheit und Infrastruktur

Mit den Projekten schreibt die Stadt Leipzig den Radverkehrsentwicklungsplan fort. 2019 hatte ein unabhängiges Gremium Leipzigs Radverkehrspolitik geprüft und Schwächen bei der Infrastruktur und der Sicherheit herausgestellt und elf Handlungsfelder empfohlen. Diese werden in dem Aktionsprogramm und auch im neuen Radverkehrsentwicklungsplan 2030+ aufgegriffen. Für alle jetzt vorgesehenen Investitionen sollen umfassend Fördermittel von Bund und Land eingeworben werden.

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.01.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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