Festgottesdienst Thomaskirche Leipzig hat vier neue Glocken eingeweiht

Das neue Geläut der Thomaskirche zu Leipzig wurde am Sonntag feierlich geweiht und war beim Festgottesdienst zum Reformationstag auch erstmals zu hören. Künftig sind im Kirchturm sechs Glocken vereint: vier neue und zwei alte Bronzeglocken. In das gesamte Glocken-Sanierungsprojekt hat die Kirchgemeinde nach eigenen Angaben rund 500.000 Euro investiert.

Teilnehmer einer Andacht in der Thomaskirche. Mit einem Festgottesdienst wurden am Reformationstag die vier neuen Glocken für die Thomaskirche in Leipzig geweiht.
Für den Festgottesdienst anlässlich der Glockenweihe war nur eine begrenzte Besucherzahl zugelassen. Teilnehmende mussten sich vorher anmelden. Es gab eine Warteliste. Bildrechte: dpa

Mit einem Festgottesdienst sind am Reformationstag die vier neuen Glocken für die Thomaskirche in Leipzig geweiht worden und waren auch erstmals zu hören. Die Glocken waren im April 2021 in den Kirchturm gehoben worden. Die Weihe war jedoch wegen der Corona-Pandemie von Pfingsten auf das Reformationsfest verschoben worden.

Die Glocken wiegen zwischen 100 und 360 Kilogramm. Sie ergänzen das Geläut aus bisher vier historischen Glocken. Diese Ergänzung erfolgte laut Gemeinde, weil die alten Glocken sehr tieftönig sind. Gleichzeitig können die beiden verbliebenen alten Glocken nun etwas seltener angeschlagen und dadurch geschont werden, hieß es.

Martin Hundertmark, Pfarrer der Thomaskirche, hockt zwischen vier Kirchenglocken.
Ende April in Leipzig angeliefert: die neuen Kirchenglocken, die am Sonntag erstmals über Leipzig ertönten. Pfarrer Martin Hundertmark war beim Neuguss dabei. Beschriftung und Zier an den Glocken stammen vom Leipziger Schriftgestalter Tobias-David Albert (Archivfoto vom 27. April 2021). Bildrechte: dpa

Eine Glockenweihe ist ein Jahrhundertereignis. Weil Glocken - wenn sie heute gegossen werden - halten mehrere Jahrhunderte. Deshalb ist es so ein besonderes Ereignis, an dem man nur einmal im Leben teilnimmt, wenn man gerade das Glück hat, in dieser Zeit geboren zu sein, wo neue Glocken für eine Kirchgemeinde gegossen werden.

Martin Hundertmark Pfarrer der Thomaskirche

Neue Glockentöne über Leipzig

Im Juni 2019 war mit der Restaurierung des historischen Geläuts begonnen worden. Zuerst wurden die beiden großen, tontiefen Glocken der Thomaskirche, abgehängt, gereinigt und restauriert. Dabei bekamen die älteste Glocke, die 5,2 Tonnen schwere "Gloriosa" aus dem Jahr 1477, und ihre etwas leichtere Schwesterglocke "Hilliger" einen neuen Holzglockenstuhl. Auch die Antriebstechnik wurde modernisiert.

Eine halbe Million Euro Kosten

Im nächsten Bauabschnitt wurden vier neue Glocken in der Gießerei Bachert im badischen Neunkirchen gegossen. Laut Kirchgemeinde hat das gesamte Projekt rund eine halbe Million Euro gekostet. Mehr als die Hälfte davon haben private Spender aus dem In- und Ausland bezahlt. Die größte Einzelspende kam aus dem USA-Bundesstaat Ohio: rund 100.000 Euro. Das Land Sachsen, die Stadt Leipzig und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens teilen sich die weiteren Kosten.

Ein Video zum Glockenguss hat die Kirchgemeinde hier ins Netz gestellt.

Warum werden Glocken geweiht? - 968 gab es in Rom die erste Glockenweihe eines Papstes. Der Brauch ist aber älter. Durch das Gebet wird Gottes Segen für den Dienst der Glocke erbeten.
- Das Glockengießen ist mit Ritualen und Symbolen verbunden.
- Termin für den Guss einer Glocke ist traditionell der Freitagnachmittag um 15 Uhr, die Sterbestunde Jesu Christi. Auch die vier Thomaskirchen-Glocken wurden an einem Freitag gegossen, am 12. März 2021.
- Nach dem Neuguss werden die Glocken oft mit einem Festumzug zur Kirche begleitet, wo die Weihe erfolgt. Dem schließen sich der Aufzug in den Turm und das erste Läuten an.
- Die Thomasgemeinde hatte ihre neuen Glocken mit einer kleinen Andacht geweiht, bevor sie in luftiger Höhe angebracht wurden. Wegen der Coronaeinschränkungen wurde die offizielle Weihe verschoben und ist jetzt ein großes Fest für die Gemeinde.

Quelle: Ev.-luth. Landeskirche Sachsen

Im Glockenstuhl der Thomaskirche überprüft der Monteur Sven Hirche, von der Heidenauer Glockenläute- und Elektroanlagen GmbH, die Aufhängung der ältesten und gröߟten Glocke, der Gloriosa von 1477, an der neuen Holzkonstruktion.
Monteur Sven Hirche von der Heidenauer Glockenläute- und Elektroanlagen GmbH, überprüft im Glockenstuhl der Thomaskirche die Aufhängung der ältesten Glocke, der Gloriosa, an der neuen Holzkonstruktion. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/kk/id

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 27. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

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